Eisenstadt

Erstellt am 11. Oktober 2017, 06:01

von Elisabeth Kirchmeir

Kinder betäubt und Intimregion gefilmt. 44-Jähriger filmte und fotografierte Opfer nackt, während sie schliefen. Sechs Jahre Haft.

Verurteilt. Sechs Jahre für 44-Jährigen.  |  Symbolfoto: Bilderbox

„Alle Opfer wissen nichts darüber, was ihnen passiert ist“, schilderte Staatsanwältin Petra Schweifer die in Steinbrunn, Zillingdorf und Wien begangenen Taten eines 44-jährigen Mannes, der vorige Woche wegen einer Vielzahl sexuell motivierter Übergriffe zu sechs Jahren Haft verurteilt worden ist.

„Ganz spezielle, perverse Vorgangsweise“

Über fünfeinhalb Jahre hinweg soll der Sextäter seinen Opfern Betäubungsmittel verabreicht, sie danach im Bett entblößt und in der Intimgegend fotografiert und gefilmt haben.

Die Staatsanwältin sprach von einer „ganz speziellen, perversen Vorgangsweise“. Die Kriminalpolizei konnte eine Vielzahl an Fotos und Videos sicherstellen, mit denen der Angeklagte seine Übergriffe dokumentierte.

Am längsten missbrauchte er die Tochter eines befreundeten Ehepaares, in dessen Haus für den Angeklagten sogar ein Zimmer reserviert war. Als das Mädchen elf Jahre alt war, begann sich der Bekannte nachts in das Kinderzimmer zu schleichen und von dem Kind Fotos und Videos anzufertigen.

Vor Sextat die Opfer betäubt

Ab September 2014, das Mädchen war damals 14 Jahre alt, sind geschlechtliche Handlungen dokumentiert, die der Sextäter an der Jugendlichen vornahm. „Zuvor hat er sie mit benzodiazepin-hältigen Mitteln betäubt und wehrlos gemacht“, warf die Staatsanwältin dem Mann vor.

Die Deliktserie gipfelte in einer Handlung, die den Straftatbestand der Vergewaltigung erfüllt, und im Oktober 2016 stattgefunden hat.

Der Angeklagte hielt auch seine Übergriffe auf drei weitere Frauen im Alter von 15, 22 und 28 Jahren fotografisch und in Videos fest. Auch die Opfer dieser sexuellen Handlungen seien, so die Staatsanwältin, zuvor betäubt worden. Die sexuellen Übergriffe flogen auf, als die Tochter des befreundeten Ehepaares mit Schwindelanfällen ins Spital kam und in ihrem Blut Benzodiazepine festgestellt wurden.

Alle vier Opfer leiden aufgrund der erlittenen Übergriffe unter psychischen Belastungsstörungen und machen Schmerzensgeld geltend. Der Angeklagte bekannte sich schuldig, bestritt aber, seine Opfer betäubt zu haben. Auch habe er keine Vergewaltigung begangen.

Das Urteil: Sechs Jahre unbedingte Haft, der Angeklagte verzichtete auf Rechtsmittel.