Erstellt am 26. August 2015, 05:37

von Elisabeth Kirchmeir

Wirt als Alko-Lenker. Am Martinitag 2014 verursachte ein alkoholisierter Gastwirt einen schweren Unfall. Das Opfer leidet an den Unfallfolgen.

BVZ, Gregor Hafner

Alkohol ist eines der Berufsrisiken jedes Gastronomen. Ein Risiko, das am 11. November 2014 einem Gastwirt aus dem Bezirk Eisenstadt zum Verhängnis wurde.

Keine Erinnerung an folgenschwere Fahrt

„Zu Martini waren viele Gäste im Lokal“, berichtete der Wirt, der sich vorige Woche wegen eines Alko-Unfalls vor Gericht verantworten musste. „Ich hatte nichts gegessen, musste Schmerzmittel nehmen“, so der Angeklagte weiter.

Spät am Abend muss er sich ins Auto gesetzt haben und weggefahren sein. „Ich fuhr einen Weg, den ich sonst nie nehme“, berichtete der Wirt. Erinnern kann er sich an die folgenschwere Fahrt nicht.

Auf der S31 kam es zum Frontalzusammenstoß mit dem Skoda eines 23-jährigen Lenkers. Dieser erlitt schwere Verletzungen: Beide Ellbogen wurden ihm gebrochen, ebenso der linke Oberschenkel und der linke Unterschenkel.

Opfer war monatelang nicht arbeitsfähig

„Ich kann den linken Arm nicht ausstrecken und habe manchmal noch Schmerzen“, berichtete das Opfer. 20 Tage verbrachte er im Spital, drei Monate in Rehabilitation, erst seit Kurzem kann er wieder arbeiten gehen.

Beim Wirt wurde nach dem Unfall eine Alkoholisierung von 1,76 Promille gemessen. Er kam mit Knochenabsplitterungen an der Hand relativ glimpflich davon. „Seither trinken Sie hoffentlich nichts mehr?“, fragte Richterin Birgit Falb den Angeklagten. „Nein!“, beteuerte dieser. 5.000 Euro Schmerzensgeld wurden an das Opfer bereits vor dem Prozess bezahlt.

„Ich möchte mich bei dem Verletzten entschuldigen“, sagte der Wirt kurz vor der Urteilsverkündung. Er muss eine Geldstrafe von 2.880 Euro bezahlen und an das Opfer weitere 5.659 Euro überweisen. Die Richterin rechnete dem Wirt mildernd an, dass er trotz seines Berufes bislang nie wegen Alkohol am Steuer aufgefallen sei. Der Angeklagte nahm das Urteil an.