Erstellt am 17. Februar 2016, 05:04

von Nina Sorger

Biber „werken“ wieder. Diese Woche erreichten Biberschäden am Leithaprodersdorfer Hotter neuen Höhepunkt. Felder wurde geflutet.

Angenagt. Die Biber beschädigen auf dem Leithaprodersdorfer Hotter zahlreiche Bäume.  |  NOEN, Gemeinde Leithaprodersdorf
Die Biberproblematik in Leithaprodersdorf hält an und hat sich in den vergangenen Tagen noch verschärft: Zu Beginn dieser Woche wurden bei einem Güterweg auf dem Leithaprodersdorfer Hotter so starke Schäden festgestellt, dass ein Bagger anrücken musste, um die Sanierungsarbeiten vorzunehmen.

„Landwirte sind natürlich sauer“

„Im Vorjahr war es sehr trocken, da war es nicht so schlimm, aber es gibt laufend Beschwerden über Schäden an den Bäumen, und jetzt fluten die Biber mit ihren Bauten wieder zahlreiche Felder und bescheren den Landwirten Verluste“, so Bürgermeister Martin Radatz (ÖVP), der die Stimmung im Ort zusammenfasst: „Die Landwirte sind natürlich sauer, wenn es Schäden wie diese Woche gibt.“

Gegen die Biber kann die Gemeinde allerdings nichts tun – lediglich zur genauen Dokumentation der Biberschäden ist sie angehalten.

x  |  NOEN, Gemeinde Leithaprodersdorf


Während 2014 noch per Bescheid vom Land das Fangen der Biber mithilfe des niederösterreichschen Bibermanagements bewilligt worden war und die Gemeinde in den zur Verfügung gestellten Käfigen sogar einige Tiere fangen konnte, haben die Tiere nun freie Bahn.

Denn der Bescheid zum Fangen endete mit dem Jahr 2014. Das im Vorjahr neu eingesetzte burgenländische Bibermanagement setzt mehr auf eine Vertreibung der Tiere.

Derzeit leben etwa drei Biberfamilien – insgesamt rund 25 Tiere – am Leithaprodersdorfer Hotter und bauen ihre Burgen an der Leitha, vor allem aber in den Nebenbächen in der Nähe der Felder, von denen sie auch die Zerstörung ihrer Bauten bisher nicht vertreiben konnte.

Bibermanagement

Das Land Burgenland betraute im April 2015 das Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) mit dem Aufbau eines Bibermanagements. Arbeitsschwerpunkt ist die Bearbeitung von Konfliktfällen und die Beratung von Betroffenen vor Ort.

Nach niederösterreichischem Vorbild wird zur Lösung von Mensch-Biber-Konflikten in drei Stufen vorgegangen:

  1. Prävention: Information und Aufklärung, lokale Einzelmaßnahmen (z.B. Einzelbaumschutz, E-Zäune);

  2. Eingriffe in den Lebensraum: Absenkung oder Entfernung von Biberdämmen, Einbau von Drainagerohren;

  3. Eingriff in die Population: Fallenfang und Tötung;

Biber-Telefon Burgenland: 0664/88 58 6495

Ass.Prof. Dr. Rosemarie Parz-Gollner (Projektleitung)
Clemens Trixner, MSc. (Sachbearbeiter)
Univ. f. Bodenkultur Wien (BOKU)
Inst.f.Wildbiologie und Jagdwirtschaft (IWJ)
Gregor Mendel Str. 33, 1180 Wien
E-Mail: clemens.trixner@boku.ac.at
Mobil: 0664/88 58 6495