Erstellt am 23. Oktober 2012, 16:58

Boas ausgehungert und ausgesetzt - Täter angezeigt. Der Fund von vier stark unterernährten Würgeschlangen der Gattung Boa Constrictor hatte im September im Burgenland für Aufsehen gesorgt.

Boa constrictor Leopardboa (männlich) (maennlich)  |  NOEN, Bernd Brinkmann
Die Polizei hat nun das Rätsel um die Herkunft der Tiere gelöst: Ein 33-jähriger Mann aus dem Bezirk Eisenstadt-Umgebung soll die Schlangen in Purbach ausgesetzt haben, berichtete die Landespolizeidirektion Burgenland am Dienstag.
Am 2. September hatte eine Frau neben einem Radweg zwischen Purbach und Donnerskirchen eine zweieinhalb Meter lange Boa Constrictor und zwei Jungschlangen entdeckt. Die Tiere waren schlecht ernährt und von Parasiten befallen. Eine Woche später fanden Radfahrer ein weiteres, zweieinhalb Meter langes Exemplar, das ebenfalls in schlechtem Zustand war.

Die Schlangen wurden dem Reptileinzoo nach Forchtenstein (Bezirk Mattersburg) übergeben. Die zwei größeren Tiere wurden laut Polizei anschließend zur weiteren Betreuung in eine Einrichtung nach Wien gebracht. Nach Auskunft des Reptilienzoos treten Mangelerscheinungen, wie sie bei den vier Tieren festgestellt wurden, erst nach etwa sechs Monaten auf, hieß es.

Über Hinweise stießen die Beamten auf den 33-Jährigen. Dieser gab zwar zu, dass es sich um seine Tiere handle, bestritt aber, die Boas ausgesetzt zu haben. Den Polizisten erzählte er, ein nicht näher bekannter Mann habe ihm die Tiere abgekauft und vermutlich dann auch ausgesetzt.

Der Haken an der Geschichte: "Die Schlangen waren noch Ende August bei ihm", so ein Polizist. Die Zeitspanne, in der die Tiere nicht genug Nahrung bekamen, reichte jedoch schon viel länger zurück. Der 33-Jährige wurde wegen Verdacht auf Tierquälerei angezeigt.