Erstellt am 28. Mai 2013, 13:02

Bremsfaktor Kröten. Kaulquappen aus den Baugruben zweier Brückenpfeiler zur B50-Umfahrung mussten umgesiedelt werden.

Eine kurze Schrecksekunde, dass der Bau an der Umfahrung Schützen erneut gestoppt werden könnte, gab es Ende der vergangenen Woche. Dafür verantwortlich: Kaulquappen. „Wir haben in den Baugruben zweier Brückenobjekte, wo sich Wasserlacken gebildet hatten, große Ansammlungen von Wechselkrötenlarven entdeckt – das Wetter der vergangenen Wochen war ideal für die Amphibien. Unter so optimalen Bedingungen kommt es zu einer besonders hohen Laichproduktion.

Kaulquappen zu Teichen in Umgebung gebracht

Solange diese Larven in den Lacken sind, sollten diese Baugruben offenbleiben“, heißt es von der für die ökologische Bauaufsicht verantwortlichen Firma Ruralplan. Die Lösung: „Es gab zwei Optionen: Entweder warten, bis die Tiere groß genug sind und von selbst wegziehen – das hätte den Bau aber vielleicht für drei bis vier Wochen gestoppt. Oder die Larven einfangen und sofort umsiedeln.“ Also wurden die Kaulquappen von Ruralplan-Mitarbeitern am Wochenende mit Netzen aus den Lacken gefischt und zu Teichen in der Umgebung – vor allem im Bereich des Tiergartens, wo die Gewässer noch nicht von der Landwirtschaft trockengelegt wurden – gebracht.
 
„Umsiedelung war keine Auflage“
 
Im Büro des zuständigen Verkehrslandesrates Helmut Bieler will man von einem eventuellen Baustopp nichts wissen: „Die Umsiedelung der Kaulquappen ist keine Auflage, sondern fand auf freiwilliger Basis statt. Bei anderen Baustellen werden die Baugruben einfach zugeschüttet“, heißt es aus dem Büro Bieler. Durch die gute Koordination zwischen Baufirma und ökologischer Bauaufsicht können die Arbeiten inzwischen ungehindert weitergehen.