Erstellt am 26. Januar 2011, 00:00

Bürgermeister bekam Praline geschickt. SCHLECHTER SCHERZ / Ob sich in der Praline, die Ortschef erhielt, eine giftige Substanz befand, ist Gegenstand der Ermittlungen.

 |  NOEN, MUELLNER Werner

VON DORIS FISCHER

MÜLLENDORF / Sehr nachdenklich trifft man zurzeit Müllendorfs SPÖ-Bürgermeister Werner Huf an. Grund dafür ist eine am Dienstag der Vorwoche in seinem Briefkasten deponierte Praline. „Mir ist sofort der Fall von Spitz an der Donau eingefallen, wo der damalige Bürgermeister eine vergiftete Praline auf sein Auto gelegt bekommen hat“, erzählt Huf geschockt.

Als der Bürgermeister von seiner Sprechstunde nach Hause kam, schaute er auch noch in den Briefkasten. „Da ist mir die Praline aufgefallen“, erzählt Huf, der nicht von einem Scherz ausgeht. Er selbst fühlt sich bedroht und gefährdet und erstattete auch Anzeige bei der Polizei. Schließlich glaubt er nicht an einen Lausbubenstreich oder einen schlechten Scherz. Huf führt das „Geschenk“ auf die Diskussion rund um die Windräder zurück, die derzeit die Wogen im Ort hochgehen lässt.

Er ist aber nicht der Einzige, der die Süßigkeit in seinem Postfach hatte. Auch SPÖ-Gemeindevorstand Franz Karner erhielt die Praline. Dieser möchte zu dem Vorfall aber nichts sagen.

Gefährliche Bedrohung  ist nicht auszuschließen

Das Landeskriminalamt und die Sicherheitsdirektion Burgenland haben die Ermittlungen aufgenommen. Das Hinterlegen einer Praline an und für sich sei keine strafbare Handlung. "Aber im Hinblick auf den Vorfall in Spitz und die kommunalen Streitereien, kann eine gefährliche Bedrohung nicht ausgeschlossen werden“, stellt Ronald Reiter von der Sicherheitsdirektion Burgenland fest. Die ungeöffnete Süßigkeit wurde, so Reiter, zur kriminaltechnischen Untersuchung nach Wien geschickt. Derzeit wisse man noch nicht, ob die Praline ungefährlich oder mit einer Substanz versetzt war. "Die Untersuchungen können noch Wochen dauern“, ist von Reiter zu hören. Jetzt muss erst einmal geschaut werden, was in der Praline drinnen war. „Wenn was drinnen war, dann ist es Wahnsinn“, so der Bürgermeister, der sich immer mehr Gedanken über die eigene Sicherheit macht.

Nachdem es derzeit noch keine Tatverdächtigen gibt, warnte die Exekutive die Bürgermeister von Hornstein und Steinbrunn. „In diesen Gemeinden sollen ebenfalls Windräder kommen“, begründet Reiter den Schritt.