Erstellt am 07. November 2012, 00:00

Bürgermeister Fritz, der Große. Überraschung / Fritz Zarits erreicht 52,4 Prozent und wird Ortschef. Rudi Haller zieht sich zurück.

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Von Bettina Eder

WULKAPRODERSDORF / 62 Anrufe in Abwesenheit und fast doppelt so viele SMS hatte Fritz Zarits (ÖVP) kurz nach Auszählung der Stimmen auf seinem Handydisplay. Jeder wollte dem neuen Bürgermeister von Wulkaprodersdorf gratulieren –  viele sogar persönlich, denn der Stadl von Zarits‘ Haus quoll über vor Gratulanten. „Fidi ich hab‘s dir ja gesagt“ rief einer schon beim ersten Schritt durch die Tür. So richtig realisiert hat es Zarits auch erst am Abend, denn „wir wussten, dass es eng wird. Das Ergebnis war nicht abzuschätzen.“ Mit 52,62 Prozent und einen Vorsprung von 65 Stimmen wurde er zum ersten schwarzen Ortschef der Gemeinde gewählt. Der amtieren SP-Bürgermeister Rudi Haller hatte, nachdem er schon Anfang Oktober um rund 20 Prozent abgestürzt war, auch nun bei der Stichwahl am vergangenen Sonntag das nachsehen.

Nur wenige Schritte von der ÖVP-Wahlparty entfernt, im Kinderfreundeheim, saß die SPÖ-Organisation in familiärem Rahmen zusammen. Schockbewältigung und Analyseversuche standen auf dem Programm von Bürgermeister Rudi Haller und seinem Team: „Am Vormittag hätte ich mir das Ergebnis nicht gedacht, erst beim Auszählen ist es mir klar geworden. Aber der Wähler hat entschieden.“ Wie es weitergeht mit der Partei und wer Vizebürgermeister wird, wird in den kommenden Tagen entschieden.

Feststeht: Haller wird nur mehr der Partei zur Verfügung stehen. „Ich werde mich aus den öffentlichen Ämtern zurückziehen und auch nicht mehr dem Gemeinderat angehören“, so Haller. In der Partei will er – vorerst, bis ein Nachfolger gefunden ist –  noch weiter mitarbeiten.

Denn in der Funktion als Parteichef wurde er erst im Frühjahr – nach internen Diskussionen, bei denen einige der bisherigen Mitstreiter, darunter auch SP-Vize Helmut Schuster zurück- bzw. nicht mehr antraten –  bestätigt.