Erstellt am 11. November 2011, 14:49

Bundesheer-Kontingente für Nahost-Missionen verabschiedet. Mit einem militärischen Festakt in Eisenstadt sind am Freitag 319 österreichische Blauhelme für Missionen im Nahen Osten unter der Flagge der Vereinten Nationen verabschiedet worden.

154 Soldaten bilden das erste UNIFIL (United Nations Interim Force in Lebanon) -Kontingent, das im Libanon zum Einsatz kommt. 165 Soldaten werden im Rahmen von UNDOF (United Nations Disengagement Observer Force) auf den Golanhöhen stationiert.

Die Teilnehmer der UNIFIL-Mission sollen in den kommenden Tagen in den Einsatzraum verlegt werden. Mit dem Kontingent zeige Österreich, dass es sein Engagement auf internationaler Ebene ernst nehme, erklärte Verteidigungsminister Norbert Darabos (S). Die Beteiligung Österreichs an Auslandseinsätzen sei fixer Bestandteil der österreichischen Außen- und Sicherheitspolitik: "Wir sind seit Jahrzehnten ein verlässlicher Truppensteller."

Das Bundesheer stelle auf drei Kontinenten Truppen, Beobachter und Stabspersonal. Der Nahe Osten sei dabei einer der Hot Spots: Seit 1974 engagiert sich das Heer auf den Golanhöhen. Insgesamt stelle Österreich derzeit 1.500 Soldaten in zwölf Missionen, "eine Zahl, die weit über die Größe Österreichs und des Österreichischen Bundesheeres hinausgeht und uns in Europa unter die Top Drei katapultiert", so Darabos.

Das UNIFIL-Kontingent werde mit einer Logistik-Kompanie die Truppen der gesamten Mission im Libanon - im Einsatz sind dort derzeit rund 12.000 Soldaten aus 35 Nationen - unterstützen. Damit leiste es einen wichtigen Beitrag. "Für ihr Engagement und ihre Meldung zu dieser Mission gebührt ihnen Respekt und Anerkennung", wandte sich der Minister an die mit dem blauen Barett der UNO-Truppen als Kopfbedeckung angetretenen Soldaten: "Ihr Einsatz wird zu mehr Stabilität und Frieden in der Region beitragen", er sei aber auch ein Beitrag für mehr Sicherheit in Europa. Dessen sei sich auch die österreichische Bevölkerung bewusst.

Auf den Golan habe Österreich im Schnitt 400 Soldaten entsandt, mehr als ein Viertel der dort jeweils eingesetzten Soldaten seien Angehörige des Bundesheeres. Daraus lasse sich die Bedeutung dieser Mission erkennen. Mit ruhigem Gewissen könne er versichern, dass alle Soldaten beider Kontingente "bestens ausgebildet" seien und über modernste Ausrüstung verfügten, so der Ressortchef.

Kommandant des ersten österreichischen UNIFIL-Kontingents ist Oberstleutnant Thomas Erkinger (45). Er ist seit März 2009 Kommandant des Jägerbataillons 19 in Pinkafeld.