Erstellt am 25. November 2011, 12:31

Burgenländer besaß 444 Kinderpornos. Wegen des Besitzes von Bildern und Videos mit kinderpornografischem Inhalt ist am Freitag ein Burgenländer in Eisenstadt vor Gericht gestanden. Der 45-Jährige soll laut Anklage insgesamt 6.748 einschlägige Bilder und 444 Videos auf seinem Computer abgespeichert haben.

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Außerdem habe er Fotos von Minderjährigen weitergegeben und in einem Internet-Chat getauscht. Einzelrichter Wolfgang Rauter verurteilte ihn zu sechs Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe von 3.000 Euro. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Angeklagte, der sich schuldig bekannte, soll die Dateien im Zeitraum von 2007 bis 2010 aus dem Internet heruntergeladen und auf USB-Sticks gespeichert haben. "Das sind ja absolute Grauslichkeiten. Haben sie kein Mitleid mit den Kindern, denen das passiert?", wollte der Richter von dem 45-Jährigen wissen. "Doch, hab ich schon", antwortete dieser.

Es gehe um "kleine Kinder, die missbraucht wurden von Verbrechern, die damit ein Geschäft machen und sie leisten einen Beitrag, indem sie so was konsumieren", stellte der Richter fest: "Im Wiederholungsfall gehn's da mit Sicherheit in' Häfen." "Die Dummheit war größer als die Vernunft", meinte der Burgenländer.

Die Staatsanwältin beantragte eine tat- und schuldangemessene Bestrafung. Die mildernde Wirkung des Geständnisses werde aufgehoben durch die "Vielzahl von Grauslichkeiten": Es gehe um "dermaßen eine Flut von Bild- und Videodateien, der man eigentlich fassungslos gegenübersteht." Die Verteidigerin vertrat den Standpunkt, dass in dem Fall die Milderungsgründe überwiegen würden. Der Angeklagte habe außerdem seit 2009 "nichts mehr derartiges getauscht".

Der Richter sprach den 45-Jährigen schuldig. Zur bedingten Haft und der Geldstrafe bekam der Verurteilte noch die Auflage, sich einer psychotherapeutischen Behandlung zu unterziehen und dies binnen zwei Monaten dem Gericht zu melden. Aufgrund der bisherigen Unbescholtenheit habe mit einer bedingten Haftstrafe vorgegangen werden können. Die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab, der Angeklagte verzichtete auf Rechtsmittel.

In Eisenstadt wurde am Freitag auch in einem zweiten Fall wegen Kinderpornografie verhandelt: Ein 48-jähriger Wiener soll auf seinem Laptop im Oktober und November des Vorjahres rund 500 Bilder und 34 Videos von Minderjährigen gespeichert haben. Der Mann wurde zu sechs Wochen Haft verurteilt. Die Strafe falle deshalb so niedrig aus, weil dabei auf eine bereits bestehende Verurteilung zu zwei Jahren Haft Rücksicht zu nehmen sei, so der Richter. Der Mann war damals wegen Vergewaltigung eines zum Tatzeitpunkt 16-jährigen Burschen angeklagt. Auch dieses Urteil ist nicht rechtskräftig.