Erstellt am 20. August 2014, 17:34

Schneller Bissen. Xundes Thema | Kochzeiten und Essenszeiten nehmen ab. Die Menschen essen zu viel in zu kurzer Zeit – vor allem Fast Food.

Kooperation. Allgemeinmediziner Martin Nehrer nimmt für die BVZ, vertreten durch Redaktionsleiter Werner Müllner (l.) und Marketing-Chefin Melanie Buzanich, die Eisenstädter Gastronomie unter die "xunde" Lupe.  |  NOEN, Bettina Eder

Fast Food heißt schnelles Essen. In Zeiten, wo alles schnell gehen muss, bleibt fürs Essen und Kochen wenig Zeit. Man nimmt sich auch wenig Zeit, weil das Essen für viele nicht wichtig ist.

In einem Haushalt wurde 1935 150 Minuten gekocht, 2010 nur mehr 20 Minuten.
Bei unserer heutigen Lebensweise haben nicht nur die Kochzeiten, sondern auch die Essenszeiten abgenommen. Fast Food wird innerhalb von Minuten fertig zubereitet und innerhalb von Minuten gegessen – im Gehen: „Coffe to Go“ und „Drive in“ boomen. Hauptgrund für Fast Food ist der Zeitdruck und die Verfügbarkeit von Nahrung.

Der Energiegehalt von Fast Food ist doppelt so hoch wie bei normalen Speisen.
Die Zubereitung von Fertiggerichten ist meist sehr fettreich (Frittieren, gehärtete Pflanzenfette), sehr süß oder salzig, um den Geschmack zu verbessern. Ohne Fett, Zucker und Salz würden Fertiggerichte nach nichts schmecken. Dadurch haben sie auch viele Kalorien und wenig Nährstoffe (Vitamine, Mineralien, Spurenelemente).

  • 1954 hatte ein Hamburger 79 Gramm und 202 Kcal.

  • 2004 hatte ein Hamburger 122 Gramm und 310 Kcal.

  • Heute gibt es Hamburger mit 569 Kcal.

Übergewicht, Herzkreislauferkrankungen, Diabetes mellitus, hoher Blutdruck, Verstopfung, Reizdarm sind die Folge hastig hinuntergeschlungener, fettreicher, ballaststoffarmer, zu süßer und vitaminarmer Nahrungsmittel.
Die Menschen schaufeln sich mit den Zähnen ihr Grab.

Es gibt eine große Studie der WHO, die nachweist, dass es einen direkten Zusammenhang gibt zwischen der Anzahl der Fast-Food-Lokale und den übergewichtigen Menschen. Je mehr Burgerbuden es gibt, desto dicker sind die Menschen.

30 Prozent der Erkrankungen sind auf falsche Ernährung zurückzuführen. Die Menschen essen zu viele minderwertige Nahrungsmittel. Wenn sich am Lebensstil nichts ändert, wird die Lebenserwartung bis 2050 um fünf Jahre zurückgehen.
Allgemeinmediziner
 Martin Nehrer


„Xunder Blick“ in die „Gloriette“

Im Restaurant Gloriette gibt es täglich ein Mittagsmenü, davon eine gleichbleibende vegetarische Speise für die ganze Woche. Das vegetarische Angebot wird aber durch ein vielfältiges Angebot auf der Speisekarte erweitert.

Die Karottensuppe und die vegetarische asiatische Suppe Tom ka gai schmeckten vorzüglich. Diverse Salate und vegetarische Vorspeisenvariationen mit selbstgemachtem Pizzabrot bieten sich auch als Snack an. Wir probierten als Hauptspeise den Menüteller, Chilli sine Carne mit Glutenfaschiertem im knusprigen Teller, sehr schmackhaft.

Von der Speisekarte wählten wir Erdäpfelgnocchi mit getrockneten und frischen Tomaten, Ruccola und Parmesan. Die Nachspeise rundete das Menü ab.

Fazit: Gute Auswahl, ein vegetarischer Ausflug auf die Gloriette lohnt sich!


Die BVZ-Aktion:

Die BVZ und Allgemeinmediziner Martin Nehrer wollen Eisenstadt gesünder machen. Dabei wird ein „xundes“ Thema in der BVZ behandelt und ein Restaurant unter die Lupe genommen. Ziel ist eine Bewusstseinsveränderung der Eisenstädter und auch die Erhöhung der „xunden Angebote“ auf den Eisenstädter Speisenkarten.


„Xund“ Kochen: Gebratene Zucchini mit Paprika & Püree

Zutaten für vier Personen:

  • 1 kg mehlige Erdäpfel, Agria oder Agata, geschält und gekocht

  • 75 g Butter, 1TL Salz

  • 2 rote, 2 grüne, 2 gelbe Paprika in 2cm große Würfel schneiden

  • 2 EL Rapsöl

  • 1 EL brauner Zucker

  • ½ TL Salz

  • 3 mittelgroße Bio-Zucchini in 1,5 cm Würfel geschnitten

  • 1 EL Rapsöl

  • 3 Knoblauchzehen

  • 50 ml Bio-Sojasauce mit 25 ml Wasser vermischt

Zubereitung:
Aus den Erdäpfeln, der Butter und dem Salz mit dem Erdäpfelstampfer ein festes Püree zubereiten und warm stellen.

Die Paprikawürfel mit 2 EL Rapsöl anbraten und mit Zucker karamellisieren. Das Salz zufügen und 5 Minuten weiterbraten. Die Paprikawürfel sollten noch bissfest sein, aus der Pfanne mit einem Schaumlöffel heben und in einer Schüssel warmhalten.

Zum verbliebenen Öl noch einen EL Rapsöl geben und die Zucchini scharf anbraten. So lange bei großer Hitze braten, bis sie rundherum schön goldgelb sind, die drei Knoblauchzehen dazupressen und kurz mitbraten. Dann die Hitze etwas zurückdrehen und mit der Sojasauce-Wasser-Mischung aufgießen.

Kurz aufkochen und vom Ofen nehmen. Auf den Tellern das Püree mit den Paprikawürfeln und den gebratenen Zucchini appetitlich anrichten.