Erstellt am 10. November 2010, 00:00

„Camp ist gute Sache“. USA-CAMP / Der Türke, der vor einem Jahr Schüler bedrohte, ist in einem US-Jugendcamp. Die BVZ erkundigte sich, wie es läuft.

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EISENSTADT / Jener türkischstämmige Schüler, der vor mehr als einem Jahr Schüler im Eisenstädter Schlosspark in Angst und Schrecken versetzte und dafür im März 2010 zu 18 Monate Freiheitsstrafe, davon zwölf Monate auf Bewährung, verurteilt wurde, befindet sich derzeit in der angeordneten Maßnahme in der amerikanischen „Glen Mills School“. Die BVZ erkundigte sich wie diese „Erziehungsmaßnahme“ funktioniert.

14 Verbrechen wurden  dem Schüler vorgeworfen

Da es in Österreich keine geeignete Möglichkeit der Unterbringung gab – entweder waren die Einrichtungen voll oder man wollte den Burschen nicht aufnehmen – ,wurde man via Deutschland in Pennsylvania (USA) fündig.

Die Entscheidung, den Jungen in Amerika unterzubringen, sieht die Jugendwohlfahrt nun nach einigen Monaten als richtig.

Voraussichtlich wird der mittlerweile 15-Jährige noch bis Juni 2011 in Amerika sein. Es besteht regelmäßig Kontakt mit dem Burschen. Von Zuständigen ist zu hören, dass es ihm ganz gut gehe, er keine Probleme bereite und auch schon Englisch sehr gut spreche. Er ist dabei, den Schulabschluss nachzuholen und hat eine Ausbildung als Bautischler begonnen. 14 Verbrechen und Vergehen warf Staatsanwältin Theresia Schneider-Ponholzer dem Schüler mit türkischer Staatsbürgerschaft vor.

Fußtritte für den  Freund des Opfers

Er suchte sich immer ihm körperlich unterlegene Buben aus und bedrohte diese. So zum Beispiel auch im September 2009: Er forderte von einem 14-jährigen Buben 150 Euro – mit den Worten: „Wenn du sie nicht bringst, schlage ich dich zusammen.“ Der eingeschüchterte Bub kratzte sein Taschengeld zusammen und übergab dem als gewalttätig und unberechenbar bekannten Jugendlichen das Geld. Bei einem neuerlichen Zwischenfall eilte dem Opfer ein Freund zu Hilfe. Dafür kassierte er Fußtritte. Die beiden konnten damals flüchten. Nach seiner Verhaftung im Oktober 2009 saß der damals 14-Jährige in Untersuchungshaft.

Eine Kinder- und Jugendpsychiaterin stellte in ihrem Gutachten fest, dass der Untersuchungshäftling für andere Personen potenziell gefährlich sei. Er sei emotional und sozial verwahrlost und entwurzelt. Auch in der Justizanstalt ging er auf seinen sozialpädagogischen Betreuer los und soll ihn mehrmals mit dem Tod bedroht haben. „In Amerika erhält der Bursche genau das, was ihm abgegangen ist“, ist aus dem Magistrat zu hören.

Beendet. Für Gerichtspräsident und Richter Karl Mitterhöfer ist der Fall des türkischen Schülers abgeschlossen. Zuständig ist nun die Jugendwohlfahrt im Magistrat Eisenstadt.