Erstellt am 12. Februar 2014, 09:00

von Elisabeth Kirchmeir

Camper bestohlen. Burgenland / Im Juni und Juli 2013 suchte eine slowakische Bande auf Campingplätzen nach Beute. Jetzt standen neun Männer vor Gericht.

Von Elisabeth Kirchmeir

Der Prozess gegen die in U-Haft befindlichen Slowaken im Alter zwischen 20 und 45 Jahren gestaltete sich als logistische Herausforderung: Neun Justizwachebeamte führten die neun Beschuldigten in den Verhandlungssaal, vor dem neun burgenländische Anwälte warteten, die sich als Pflichtverteidiger um die Wahrung der Rechte der Campingplatz-Diebe kümmerten.

Was sich zwischen 17. Juni und 27. Juli 2013 auf österreichischen Campingplätzen ereignete, könnte viele sorglose Camper in ihrem Sicherheitsgefühl nachhaltig erschüttern: Die Täter schlichen sich nachts in Zelte und Wohnwagen ein und stahlen daraus Bargeld, Handys, Fotoapparate und Notebooks, während die Camper nichtsahnend schliefen.

Begonnen hatte die Serie am 17. Juni 2013 mit Einschleichdiebstählen am Campingplatz in Breitenbrunn, wo elf Campern Bargeld und Handys entwendet wurden.

Beim Festival „Reggae in the Park“ in Eisenberg an der Pinka trieben die Diebe am Festival-Campingplatz ihr Unwesen, unter anderem wurde dabei eine Gitarre im Wert von 700 Euro gestohlen.

Diebstähle in Wiesen und Breitenbrunn 

Am 4. und 5. Juli 2013 besuchten die Täter nachts die Campingplätze in Donnerskirchen und in Breitenbrunn, wo sie Bargeld, eine Armbanduhr und einen Tablet-PC stahlen.

Am 6. Juli 2013 machten die Diebe einen Abstecher nach Wiesen, aber nicht um sich anlässlich der Lovely Days dem Musikgenuss hinzugeben, sondern um weitere Opfer in ihren Zelten zu bestehlen. Am 9. und am 13. Juli 2013 wurden wieder Zelte am Campingplatz Breitenbrunn geplündert.

Dazwischen beging die Bande auf mehreren Campingplätzen in der Steiermark, in Salzburg und in Oberösterreich weitere Einschleichdiebstähle. In der Nacht von 26. auf 27. Juli 2013 wurden vier Bandenmitglieder bei nächtlichen Auftritten auf zwei Salzburger Campingplätzen gefilmt, danach klickten die Handschellen.

„Die Zelte waren meistens offen“, berichtete einer der Täter. Er gab zu, die rund fünfstündige Anreise aus seinem slowakischen Heimatdorf bis zur österreichischen Grenze auf sich genommen zu haben, um auf Campingplätzen Diebstähle zu begehen.

Erbeuteten die Diebe einen Autoschlüssel, so wurde neben dem Zelt auch das Fahrzeug durchsucht.

Vor Gericht bekannten sich die Beschuldigten nur teilweise geständig. Verurteilt wurden sie schließlich zu Haftstrafen zwischen sieben Monaten bedingt und zwei Jahren unbedingt, fünf Männer wurden nach Ende des Prozesses aus der Untersuchungshaft entlassen.