Erstellt am 08. Oktober 2015, 05:32

von Werner Müllner

Carola Fuchs: Nachwuchs für Justitia. Carola Fuchs macht aus dem Anwalt-Quartett bei Beck & Dörnhöfer ein Quintett – erstmals in einem halben Jahrhundert mit weiblicher Beteiligung.

Im Mittelpunkt. Seit 1. Oktober verstärkt Carola Fuchs das Männerquartett Klaus Dörnhöfer, Thomas Beck, Mirko Matkovits und Martin Beck (v.l.). Foto: Müllner  |  NOEN, Werner Müllner
155 Jahre hat es gedauert, bis bei den Wiener Philharmonikern eine Frau mitspielen durfte… So lange wollte man bei Beck & Dörnhöfer & Partner nicht warten, bis in der Eisenstädter Anwaltskanzlei eine Frau „erste Geige“ spielen durfte.

Dennoch, in der fast 50-jährigen Firmengeschichte ist Carola Fuchs die erste Anwältin im Unternehmen und soll in weiterer Folge auch Partnerin werden.

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Am 1. Oktober wurde sie von Kammerpräsident Thomas Schreiner angelobt und als Rechtsanwältin eingetragen. Ihre Spezialgebiete sind Insolvenzrecht und Unternehmenssanierungen, für die Carola Fuchs auch in der Kanzlei hauptsächlich zuständig sein wird.

Auf die Frage, ob sie sich denn nicht vor dem alteingesessenen Männerquartett fürchtet, meint sie: „Gar nicht, ich habe mich schon vor Jahren beim ersten Vorstellungsgespräch in der Kanzlei richtig wohlgefühlt. Meine Kollegen haben noch nie einen Unterschied gemacht, nur weil ich eine Frau bin. Das Einzige, das zählt, ist die Leistung.“

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Dass das Jonglieren zwischen Familie und Beruf nicht immer ganz einfach ist, weiß die Mutter eines 14 Monate alten Sohnes: „Das zu bewältigen, ist schon täglich eine Herausforderung. Aber mithilfe eines sozialen Netzwerkes und der Familie – der ich sehr dankbar bin – ist es zu schaffen.“ Außerdem bietet der Job gewisse Flexibilität: „Ich kann auch von zu Hause aus arbeiten…“

Dennoch räumt Fuchs ein: „…Es ist jeden Tag eine Herausforderung. Aber meine Kollegen kennen das, da jeder Familie und Kinder hat.“

Auf die Frage, ob es schwer ist, vor allem bei Klienten als Frau akzeptiert zu werden, meint sie: „Es ist nicht anders als bei den Männern im Job: Man muss viel arbeiten, sich sehr anstrengen. Und man sollte niemals davon ausgehen, dass man regelmäßig um fünf heimgeht.“

Was ihr an ihrem Beruf gefällt erklärt die 30-Jährige so: „…dass man etwas bewirken und so dazu beitragen kann, die Welt im Kleinen – jedenfalls aber aus Sicht unserer Mandanten – etwas gerechter zu machen.“