Erstellt am 06. März 2013, 00:00

Darf Natalia bleiben?. Schicksalhaft / Elf Jahre lang verbrachte die 29-jährige Kolumbianerin in Österreich, schloss zwei Studien ab und hofft nun auf Bleiberecht.

Ungewiss. Für Kolumbianerin Natalia Zambrano Jaramillo heißt es nach wie vor warten – auch die Abschiebung steht im Raum.SOS Mitmensch  |  NOEN
Von Doris Fischer

BEZIRK EISENSTADT / Das Schicksal der im Bezirk Eisenstadt-Umgebung lebenden 29-jährigen Kolumbianerin Natalia Zambrano Jaramillo – ihr Visum endet am 6. März und somit drohte ihr die Abschiebung – bewegt die Menschen. Mit 17 Jahren kam sie als Austauschstudentin nach Österreich. Mittlerweile hat Natalia Zambrano Jaramillo zwei Studien erfolgreich abgeschlossen. Der Weg in die Arbeitswelt blieb ihr aber bislang verschlossen.

Natalia Zambrano darf ihren Job nicht antreten 

Nachdem sie ihren Fall publik gemacht hatte, hagelte es Jobangebote. Den Vertrag bei einem bekannten Privatradiosender hat die 29-Jährige bereits in der Tasche. Ein Happy End schien ihr sicher. Aber zu Wochenbeginn kam dann die Ernüchterung: Sie darf ihren neuen Job vorerst nicht antreten. Laut SOS-Mitmensch fehle die Bestätigung von Seiten des Arbeitsmarktservice Wien. Natalia Zambrano Jaramillo darf vorerst in Österreich bleiben.

Dies wäre die erste Zwangsabschiebung im Bezirk Eisenstadt-Umgebung. Andere Fälle sind Bezirkshauptfrau Franziska Auer nicht bekannt. „Jeder Fall berührt. Wir versuchen, immer wieder eine Lösung mit den Betroffenen zu finden“, betont Auter. SOS-Mitmensch drängt weiter auf eine rasche Reform des Zugangs zu Bleiberecht und Arbeitsmarkt für Nichtstaatsbürger. Das System der Rot-Weiß-Rot-Karte, das für Studienabsolventen ein unrealistisches Einstiegsgehalt von rund 2000 Euro vorschreibt, wird von SOS-Mitmensch heftig kritisiert. „Ich hoffe, dass ich nicht zu lange warten muss. Ich möchte endlich durchatmen und das Leben, das ich mir hier aufgebaut habe, fortsetzen können“, schreibt indes Natalia Zambrano.