Erstellt am 09. Juli 2014, 09:10

von Bettina Eder

Das Ende einer Ära. Parade-Cafetier Willi Steiner verabschiedet sich in die Pension. Die Zukunft des Cafés auf der Hauptstraße ist ungewiss.

Auszeit. Cafetier Willi Steiner will sich in der Pension der Erziehung seiner kleinen Elli widmen. Foto: Bettina Eder  |  NOEN, Bettina Eder
Auf den Tischen des Café Steiner saßen schon Generationen von Eisenstädtern und genossen die sensationelle Mehlspeise –  spätestens im Dezember ist das Lokal allerdings Geschichte. Willi Steiner geht in Pension. Eröffnet wurde das Café 1956 von seinem Vater. Er wuchs darin auf und übernahm den Betrieb 1985.

Was viele nicht wissen: Eigentlich plante er ein Leben als Lehrer und half nur nebenbei als Tellerwäscher und „Mädchen für alles“ aus. „Ich studierte Französisch und Sport Lehramt. Aber dann fühlte ich mich meinen Eltern, die Tag und Nacht für das Geschäft gearbeitet haben, verpflichtet“, so Steiner heute.

Spätestens im Dezember wird geschlossen 

Mit seiner kleinen Tochter Elli spricht er übrigens ausschließlich Französisch. Ihr wird er auch die meiste Zeit seiner Pension widmen. „Meine Frau wird demnächst ihr Studium abschließen, dann geht sie arbeiten und ich kümmere mich um meine Kleine“, schwärmt Steiner, der schon „ganz auf die Pension eingestellt ist“.

Pensionsreif ist er zwar erst im März, spätestens mit 24. Dezember ist allerdings Schluss mit dem Café. „Jänner, Feber ist die tote Zeit, da stecke ich mehr ins Geschäft rein, als es bringt“, so Steiner zu den Gründen. Dass es auch noch ein bisschen früher sein kann, dagegen hat er allerdings auch nichts: „Wenn sich ein Nachfolger findet, geh‘ ich schon im Herbst.“

Steiner: „Ich bin gerne Wirt gewesen“ 

Unnachahmlich und keck verabschiedet sich der berühmt-berüchtigte Konditor, der sich nie ein Blatt vor den (politischen) Mund genommen hat: „Generell die Wirtschaft ist am Sand und unsere Politiker sind blind“, stellt Steiner fest. Seine Branche sei gezeichnet – auch von der neuen Konkurrenz: „Jetzt machen der Bäcker und die Supermärkte schon Mehlspeisen und die Jugend ist den McDonalds und die Muffins gewohnt.“

Dennoch hat er die Entscheidung fürs Café nie bereut: „Ich bin gern Wirt, ich mag die Menschen.“ In seiner Pension müssen die Eisenstädter allerdings vielleicht auf ihn verzichten, denn er plant den Ruhestand nicht unbedingt in der Landeshauptstadt: „Meine Frau ist aus Berlin. Das ist sicherlich eine Option, oder Südspanien. Wir überlegen ein Nachhilfeinstitut zu eröffnen.“