Erstellt am 02. September 2015, 15:23

von Wolfgang Millendorfer

Debatte um „Containerdorf“ für Flüchtlinge. SPÖ spricht von bis zu 500 Flüchtlingen am Gelände der ASFINAG. Bürgermeister Steiner (ÖVP) kritisiert im Gegenzug das Land.

Thomas Steiner, Bürgermeister von Eisenstadt und gf. Landespartei-Obmann der ÖVP.  |  NOEN, Müllner/Millendorfer
Geht es nach jüngsten Gerüchten, soll bei der Autobahnmeisterei der ASFINAG in Eisenstadt ein „Containderdorf“ für 300 bis 500 Flüchtlinge entstehen.

Vize-Stadtchef Günter Kovacs übt Kritik

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Die Zelte am Gelände der Bundespolizeidirektion sollen abgebaut werden. Diese Information wollen „aus gut informierten Quellen“ erhalten haben.

Zuletzt hatte auch der zuständige SPÖ-Landesrat Norbert Darabos die Möglichkeit von Containern zur Unterbringung von Flüchtlingen angesprochen.

Kovacs übt jetzt aber auch Kritik an der Stadtgemeinde und Bürgermeister Thomas Steiner (ÖVP): „Die Unterbringung in kleinen Einheiten wäre in der Stadt möglich, aber es wurden keine Standorte angeboten. Auch die Überlegungen mit der ehemaligen Pädagogischen Hochschule sind gescheitert.“

Grundsätzlich lehnt die SPÖ die Unterbringung in Containern ab: „Das ist nicht viel anders als ein Zelt“, sagt Hergovich.

Steiner: „Das hat das Land zu entscheiden

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Bürgermeister Steiner wiederum nimmt in dieser Frage die Landesregierung in die Pflicht: „Container wird es nur dann geben, wenn das Land seiner Verpflichtung nicht nachkommt und ordentliche Unterkünfte schafft. Das hat das Land zu entscheiden.“

Die Zahl von bis zu 500 Flüchtlingen kann Steiner nicht nachvollziehen: Laut Quote müsste Eisenstadt Plätze für rund 210 Personen finden, derzeit sind bereits 40 Flüchtlinge in der Landeshauptstadt untergebracht.

Ministerium: Denken nicht an Containerdorf

Während Steiner seinerseits die „massive Verunsicherungspolitik der SPÖ“ kritisiert, ist man sich in einer Sache einig: Die Zelte am Polizei-Gelände seien „menschenunwürdig“ und müssten so rasch wie möglich abgebaut werden.

Das Innenministerium stellte Mittwochnachmittag klar, dass man an kein Containerdorf denkt. Es gebe keinerlei Planungen dieser Art, hieß es auf Anfrage der APA.

Auch im Büro von Landesrat Norbert Darabos weiß man nichts von den Plänen, ebenso bei der ASFINAG. Zwar stehe das besagte Gelände zum Verkauf, aber Gespräche habe es nie gegeben, heißt es.