Erstellt am 27. Oktober 2010, 00:00

Debatte um „Ferien“. AUTONOME TAGE / Das Gymnasium Kurzwiese hat als einzige Schule im November eine Woche „Herbstferien“ beschlossen.

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EISENSTADT / Die schulautonomen Tage, sogenannte „Fenstertage“, sorgen jedes Jahr in allen Schulen der Stadt für Diskussionsstoff. Das Bundesrealgymnasium Kurzwiese ist dabei die einzige Schule in Eisenstadt, die sich für „Herbstferien“, vom 1. bis 8. November, entschieden hat. Das bedeutet, dass von den fünf freien Tagen pro Jahr, die von der Schule eigenständig eingeteilt werden könnten, drei auf ein Mal aufgebraucht werden.

Schulergemeinschaft ist  mehrheitlich dafür
„Diese Entscheidung wurde im Schulergemeinschaftsausschuss getätigt. Es gab eine demokratische Wahl, bei der Schüler, Eltern und Lehrer mehrheitlich für die Herbstferien gestimmt haben. Die Schülervertreter sind im Vorhinein durch die Klassen gegangen und fragten ihre Kollegen, was ihnen lieber wäre. Die Schüler wurden also in die Entscheidung miteingebunden“, erklärt die Direktorin Karin Rojacz- Pichler die Beweggründe für die Entscheidung.

Jedoch ist mit dieser Regelung nicht jeder zufrieden. Berufstätige Eltern, die mehrere Kinder in verschiedenen Schulen haben, ärgern sich über die unterschiedlichen Termine, Urlaube können deswegen oft nicht gemeinsam verbracht werden. „Eine einheitliche Regelung wäre sicher von Vorteil“, weiß eine betroffene Mutter. Auch nicht alle Schüler freuen sich über die „Ferien“. „Das hätte man wesentlich besser lösen können“, versteht einer der Gymnasiasten die Entscheidung nicht.

Die jährliche Diskussion um die Regelung der schulautonomen Tage sorgt oft für Aufregung aufseiten der Schüler, Lehrer sowie auch auf jener der Eltern. Einheitliche Regelungen bei den Terminen und beim Mitspracherecht der Schüler gibt es nicht.

Berufsschüler möchten  Mitbestimmungsrecht
Beispielsweise fordert die ÖGJ mithilfe einer Unterschriftenaktion mehr Mitspracherecht bei den schulautonomen Tagen. Über 300 Schüler haben bereits unterschrieben. „Generell gibt es in allen Berufsschulen im Burgenland dieses Problem. Natürlich gab es auch in Eisenstadt Beschwerden“, versichert ÖGJ-Landessekretär Oliver Krumpeck.

„Langfristig gesehen ist es notwendig, dass sich Lehrer- und Schülervertreter sowie Vertreter der Sozialpartner an einen Tisch setzen und an einer gemeinsamen Lösung arbeiten, die für alle beteiligten Seiten zufriedenstellend ist“, fordert Landesschulratspräsident Gerhard Resch eine Aufklärung der Situation.