Erstellt am 30. Oktober 2015, 04:32

von Nina Sorger

Denkmalstreit um Energie. Alfred Kickers Photovoltaik-Anlage stört Ruster Stadtbild und soll weg. Das Verfahren hängt nun in der Luft.

Gegen Denkmalschutz. Die Photovoltaik-Anlage im Innenhof von Alfred Kicker soll auf Wunsch des Denkmalamtes entfernt werden. Kicker wehrt sich dagegen. Foto: Nina Sorger  |  NOEN, Nina Sorger

Der Rechtsstreit um eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Ruster Winzers Alfred Kicker hängt derzeit in der Luft.

Kicker errichtete – der Umwelt und seiner Stromrechnung zuliebe – auf dem Dach seines Hauses eine Photovoltaik-Anlage, sollte diese aber auf Wunsch des Bundesdenkmalamtes (BDA), laut dem die Anlage gegen den Denkmalschutz verstoße, wieder abgebaut werden (die BVZ hatte berichtet).

Der Grund: Die Anlage ist laut Denkmalamt vom Kirchturm aus zu sehen und stört, daher soll derbetreffende Teil der Anlage weg.

Verwaltungsgericht: Abrissbescheid war ok

„Diese Anlagen beeinträchtigen das historische Erscheinungsbild extrem“, erklärt dazu Landeskonservator Peter Adam vom BDA. Ein Problem sei die Beispielwirkung: „Wenn wir das einem erlauben, ziehen immer mehr nach“, so Adam.

Kicker übergab die Sache damals einem Anwalt und hat den Abrissbescheid „wegen formaler und inhaltlicher Mängel“ angefochten und um eine nachträgliche Genehmigung angesucht. Der Verwaltungsgerichtshof hat nun entschieden, dass keine formalen Mängel bestehen.

Für Kicker steht dennoch fest: „Ich erwarte eine Genehmigung oder eine Argumentation vom Denkmalamt, aber es kommt nichts“, so Kicker. Das soll allerdings auch so bleiben, geht es nach Landeskonservator Adam: „Das Gericht hat vorläufig entschieden, dass unser ablehnender Bescheid gilt. Ich kann hier keine Genehmigung erteilen.“

Nun prüft das Gericht den Bescheid des Denkmalamtes auf seine inhaltliche Gültigkeit. Eine Entscheidung wird noch heuer erwartet.