Erstellt am 25. April 2012, 00:00

Der Fallschirm blieb zu. TRAUER / Gerald Leberl verunglückte vergangenen Samstag in Ungarn als er seinem Hobby, dem Fallschirmspringen, nachging.

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VON DORIS FISCHER

GROSSHÖFLEIN / Mit seinem Leben musste der Großhöfleiner Winzer Gerald Leberl sein riskantes Hobby, das Fallschirmspringen und Base Jumpen, bezahlen. Vergangenen Samstagabend war der 36-jährige Winzer im ungarischen Fertöszentmiklos an der burgenländisch-ungarischen Grenze Fallschirmspringen.

Weinwirtschaft trauert  um Ausnahmewinzer

Nach seinem Absprung aus dem Flugzeug versuchte er in 1200 Meter Höhe vergeblich, den Hauptfallschirm zu öffnen. Warum der Fallschirm nicht aufging, wird derzeit ermittelt. Danach versuchte er in einer Höhe von 300 Metern den Notschirm zu öffnen. Aus unbekannter Ursache ging dieser aber nur teilweise auf. Der Winzer stürzte zu Boden und starb.

„Die Botschaft wurde noch am Samstag von dem Unfall, einem verunglückten Fallschirmspringer, und am Sonntag durch die Polizeiinspektion Sopron schrifltich informiert“, berichtet Außenamtssprecher Peter Launsky-Tiefenthal. Bereits einen Tag nach dem Unfall gab es einen Lokalaugenschein durch die ungarischen Behörden. Laut ersten Angaben aus dem Außenministerium sollen die ungarischen Behörden die komplette Ausrüstung beschlagnahmt haben. „Die Angehörigen sollen von einem Springerkollegen, der vor Ort gewesen sein soll, informiert worden sein“, so Launsky-Tiefenthal, und ergänzt: „Wir haben den Angehörigen unsere Unterstützung angeboten.“ Trauer herrscht auch in Burgenlands Weinwirtschaft. „Mit seinem Peccatum hat er burgenländische und österreichische Weingeschichte geschrieben. Meine Anteilnahme gilt seiner Familie“, ist Landesrat Andreas Liegenfeld schockiert. „Gerald Leberl hinterlässt eine große Lücke in den Reihen der Renommierten Weingüter Burgenland. Mit seiner ruhigen, überlegten Art hat er seine Meinung in die Gruppe eingebracht. Er war ein Ausnahmetalent in der österreichischen Weinszene. Sein präzises Verkostungsvermögen und seine hohe Fachkompetenz mit internationalem Format verschafften ihm hohe Wertschätzung. Mit seinen Weinen setzte er Meilensteine in der burgenländischen Weingeschichte“, stellt Paul Rittsteuer, Präsident der Renommierten Weingüter Burgenland, tief betroffen fest.