Erstellt am 13. August 2015, 14:04

von APA Red

Diazöse will 200 Flüchtlinge aufnehmen. Der Eisenstädter Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics tritt für eine "umfassende Betreuung von Flüchtlingen" ein.

Bischof Zsifkovics  |  NOEN, Gregor Hafner
"Allein mit einem Dach über dem Kopf ist es nicht getan", wurde Zsifkovics am Donnerstag von Kathpress zitiert. Bis Jahresende wolle die Diözese 200 Flüchtlinge in kirchlichen Gebäuden unterbringen, bekräftigte der Bischof.

Die Diözese Eisenstadt setze in enger Zusammenarbeit mit der Caritas auf eine "qualitätsvolle und regelmäßige Betreuung" sowohl in rechtlicher, sozialpädagogischer als auch integrativer Hinsicht. Mit den aktuellen Tagsätzen sei eine "menschenwürdige Unterbringung und Betreuung aber kaum möglich", so Zsifkovics.

Zeltstätten sind keine Option

Flüchtlinge in Zeltstätten unterzubringen, sei für die Diözese keine Option, sondern "allenfalls ein Armutszeugnis für die handelnden Politiker", erklärte der Bischof, der sich wie viele Hilfsorganisationen dafür ausspricht, Flüchtlingen nach sechs Monaten legalen Aufenthalts eine Arbeitserlaubnis auszustellen: "Wer jahrelang auf einen Asylbescheid wartet, führt ein Leben auf dem Abstellgleis."

Um bis Jahresende 200 Flüchtlinge unterbringen zu können, habe er für die Adaptierungsarbeiten ein Sonderbudget bereitgestellt, so Zsifkovics. In den Pfarren sollen fünf bis acht Personen untergebracht werden, erläuterte der Asylkoordinator der Diözese, Markus Zechner. Bisher funktioniere die Zusammenarbeit mit den Gemeinden gut: Kaum ein Bürgermeister lege sich quer, wenn es um die Unterbringung kleinerer Einheiten gehe.

Die Aufnahme und Versorgung schutzsuchender Menschen sei eine völker- und europarechtliche Verpflichtung und eine staatliche Aufgabe, so der Diözesanbischof. Menschen auf der Flucht vor Krieg und Terror ein Dach über dem Kopf und liebevolle Zuwendung zu geben, sei aber auch das "Urchristlichste, was wir tun können."