Erstellt am 27. April 2011, 00:00

Die Jugend im Visier. KONTROLLEN / Nach strengen Lärmmessungen dürfte es Probleme für ein Lokal und auch für Clubbings in der Orangerie geben.

VON BETTINA EDER

EISENSTADT / Acht Anzeigen wegen Verletzung des Jugendschutzgesetzes brachte eine Schwerpunktaktion der Eisenstädter Polizei mit sich. Stadtpolizeikommandant-Stellvertreter Günter Hauer dazu: „Acht Jugendliche unter 16 Jahren wurden nach ein Uhr nachts aufgegriffen. Allesamt in und rund um ein Jugendlokal in der Innenstadt.“

Das Lokal war genauso wie Clubbing-Veranstaltungen in der Orangerie nach Anrainerbeschwerden wegen Lärmbelästigung in den vergangenen Wochen ins Visier von Magistrat und Polizei geraten. Hauer dazu: „Die Beschwerden sind allgemein nicht mehr geworden, sie verlagern sich nur – je nachdem, wo es die Jugend hinzieht. Früher war es in der Pfarrgasse, da ist es jetzt sehr ruhig.“ Er betont jedoch: „Wir haben als Polizei nicht die Möglichkeit, den Lärmpegel zu messen, das ist Sache des Magistrats. Darüber wird natürlich immer informiert, wenn bei uns Beschwerden oder Anzeigen eingehen.“

Im Rathaus hat man auf die Beschwerden der jüngsten Vergangenheit – Anrainer hatten mit Videos und anderen Messgeräten den Lärm dokumentiert – reagiert und zunächst ein Clubbing nicht genehmigt. Das wurde dann allerdings von einem neuen Veranstalter eingereicht und – wie die BVZ berichtete – dann vom Magistrat genehmigt. Zusätzlich wurde von der Stadt angekündigt, gemeinsam mit der Polizei verstärkt zu beobachten.

Orangerie ist nur bedingt  als Partylocation möglich

Die „Aktion scharf“ beinhaltete am Karsamstag aber nicht nur Alterskontrollen an beiden Orten, sondern auch etwa 100 Lärmpegelmessungen an 14 verschiedenen Orten in der Landeshauptstadt. Das Ergebnis: Trotz strengerer Auflagen für das Clubbing gab es lediglich beim kon trollierten Lokal Probleme. Rathaussprecher Max Schulyok dazu: „Die Veranstalter des Clubbings waren vorsichtig. Allerdings liegen beim betreffenden Lokal mehrere Anzeigen vor und es wurden bereits Geldstrafen verhängt. Hält sich der Besitzer weiterhin nicht an die Auflagen, wird ihm die Gewerbeberechtigung entzogen.“ Auch für Clubbings in der Orangerie dürfte es trotz eines ruhigen Osterwochenendes ein Nachspiel haben. Bürgermeisterin Andrea Fraunschiel: „Vermehrte Beschwerden haben gezeigt, dass die Orangerie für Veranstaltungen dieser Art nur bedingt geeignet ist.“