Erstellt am 08. Februar 2012, 00:00

Die Kälte hält das ganze Land in Atem. UNTER NULL / Minusgrade sorgen für Probleme und für Rekord-Verbrauch bei Strom und Gas.

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Rosig sind die Aussichten nicht: „Es könnte diese Woche sogar noch ein bisschen kälter werden“, blickt Andreas Meingaßner von „Ubimet“ im Gespräch mit der BVZ in die Zukunft. Der Meteorologe erwartet weitere Minus-Rekorde. Dabei ist das derzeitige Sibirien-Tief vom wahren burgenländischen Kälte-Rekord noch um einiges entfernt: Minus 29 Grad wurden am 31. Jänner 1950 in Güssing gemessen.

Die Tiefst-Temperaturen, die das Land seit mehr als einer Woche fest im Griff haben, bringen dafür aber Rekordzahlen bei den Energieversorgern. So verzeichnete die BEWAG am 3. Februar den absoluten Spitzenwert in ihrer Geschichte: Mit rund 6,9 Millionen Kilowattstunden wurde an diesem Tag so viel Strom verbraucht, wie noch nie. Auch bei der BEGAS stieg der Verbrauch dieser Tage um stolze 25 Prozent an. Immerhin: Der bislang vergleichsweise milde Winter relativiert die erhöhten Heizungskosten – bis jetzt noch.

Hausbesitzer haben die  Pflicht Schnee zu räumen

Die Schneeverwehungen fordert vollen Einsatz der Eisenstädter Bauhof-Mitarbeiter. 43 Mann befreien das 90 kilometerlange Straßennetz von Eis und Schnee. Anrainer treffen laut Straßenverkehrsordnung (§ 93 StVO) zahlreiche Pflichten.

Liegenschaftseigentümer haben die Gehsteige in der Zeit von 6 bis 22 Uhr von Schnee sauber zu halten und bei Schnee und Glatteis zu streuen.


FAKTEN ZUR KÄLTE

  • Der kälteste Ort des Landes ist mit -18,4 Grad der Hirschenstein im Bezirk Oberwart. Hier wurden mit 122 Stundenkilometern auch die stärksten Windböen gemessen.

 

  • Weitere Kälte-Spitzenreiter sind Bernstein (-18,1 Grad), Kleinzicken (-15,7), Mattersburg (-15,6) und Neusiedl am See (-15,3).

 

  • Historische Minus-Rekorde: -29 Grad in Güssing (31. Jänner 1950); -25,7 Grad in Kleinzicken (8. Februar 2005); -22,8 Grad in Bruckneudorf (10. Februar 1956)

 

  • Die Pannenfahrer des ÖAMTC mussten seit 30. Jänner zu mehr als 1260 Einsätzen ausrücken. Rudolf Leeb, ÖAMTC: „Als Vergleich dazu: Im gesamten Jänner hatten wir 1400 Einsätze.“ Die Kollegen des ARBÖ waren mehr als 650 Mal im Kälte-Einsatz.

 

  • Neben Startschwierigkeiten und Autobatterien sorgen vor allem „aufgefrorene“ Dieselfahrzeuge für technische Probleme: Ab minus 15 Grad bilden sich in den Kraftstoffleitungen Paraffinkristalle und verstopfen den Kraftstofffilter. Wobei – jetzt gibt´s Winterdiesel, der bis zu minus 20 Grad funktioniert.

 

  • Laut der Arbeiterkammer ist eine Autopanne aber kein Entschuldigungsgrund, zu spät zur Arbeit zu kommen – im Gegensatz zu Verwehungen oder Straßensperren.