Erstellt am 21. September 2013, 21:03

Dompfarrer Josef Prikoszovits zurückgetreten. Der Pfarrer der Dom- und Stadtpfarre Eisenstadt, Kan. Mag. Josef Prikoszovits, hat am 18. September 2013 die Diözesanleitung um Enthebung von all seinen bisherigen Ämtern und Aufgaben ersucht.

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Diese Entscheidung hat er gestern dem Pfarrgemeinderat der Dom- und Stadtpfarre mitgeteilt. Eine entsprechende Erklärung an die Pfarrgemeinde hat Prikoszovits nach dem heutigen Abendgottesdienst abgegeben. Er wird diese bei den morgigen Sonntagsgottesdiensten wiederholen.

In dieser Erklärung begründet der scheidende Dompfarrer seinen Schritt mit den Worten: "Es gibt in meinem Leben eine Änderung, die mit meinem Priestersein und dem Zölibatsversprechen nicht vereinbar ist." Diese Änderung beschädige, so Prikoszovits weiter, "die Integrität des Priesteramtes" und belaste "die Einheit der Pfarre".

Rücktritt wurde angenommen

Die Diözesanleitung hat den Rücktritt des Dompfarrers mit großem Bedauern angenommen und seiner Bitte, ihm eine Sabbatzeit bis längstens August 2014 zu gewähren, entsprochen. Dadurch soll ihm eine tiefgehende Klärung seiner Berufung und seines weiteren Lebensweges ermöglicht werden.

Die Leitung der Dom- und Stadtpfarre wird ab 23. September 2013 interimistisch von Generalvikar Kan. Mag. Martin Korpitsch in Zusammenarbeit mit Dompropst Regens Kan. Mag. Hubert Wieder wahrgenommen werden.

Bischof Ägidius Zsifkovics dankt namens der Diözese und der Diözesanleitung Josef Prikoszovits für sein bisheriges seelsorgerisches Wirken und verleiht der Hoffnung Ausdruck, dass die Auszeit zu einem guten, segensreichen Neubeginn führen wird.
Auf Seite 2 finden Sie die Erklärung im Wortlaut


Die Erklärung im Wortlaut Vor drei Wochen habe ich an dieser Stelle gesagt, dass ich hoffe, dass die Seelsorge und die
Aktivitäten in der Pfarre wieder das Thema werden, das alle im guten Sinne beschäftigt.
 
Heute muss ich sagen, dass dies nicht gelungen ist, nicht gelingen konnte, weil im Kern der Gerüchte
über mich ein Stück Wahrheit liegt.
 
Die Wahrheit ist: Es gibt in meinem Leben eine Änderung, die mit meinem Priestersein und dem
Zölibatsversprechen nicht vereinbar ist.
 
Deshalb habe ich dem Herrn Diözesanbischof meine Resignation übermittelt, d. h., ich habe auf das
Amt des Pfarrers in der Dompfarre verzichtet. Die Resignation ist vom Herrn Diözesanbischof angenommen worden und tritt am Montag, dem 23. September 2013, in Kraft.
 
Die Leitung der Dom- und Stadtpfarre wird ab diesem Zeitpunkt interimistisch von Generalvikar Kan.
Mag. Martin Korpitsch in Zusammenarbeit mit Dompropst Regens Kan. Mag. Hubert Wieder
wahrgenommen werden.
Ich habe diese Entscheidung getroffen,
  • weil zurzeit die Einheit in der Pfarre belastet ist,
  • weil die Integrität des Priesteramtes durch mein en inneren und äußeren Konflikt mit dem Zölibatsversprechens beschädigt wird,
  • und weil infolgedessen Gläubige der Dompfarre und darüber hinaus betroffen und enttäuscht sind.
 
Liebe Schwestern und Brüder,
ich habe mit meiner ganzen Kraft den Dienst als Diakon und Priester ausgeübt und bin darin
aufgegangen. Dafür danke ich Gott, der mir das Leben geschenkt und mich berufen hat.
Ebenso danke ich allen in der Kirchenleitung und im Kirchenvolk, die mich als Seelsorger unterstützt und begleitet haben.
Für all das, was ich zu verantworten habe, stehe ich ein und bitte vor euch, meiner Pfarre, und durch
euch vor der Kirche um Vergebung.
 
Ich habe den Herrn Diözesanbischof um die Gewährung einer Sabbatzeit zur Klärung meiner
Berufung auf meinem weiteren Lebensweg gebeten.
Deshalb werde ich  mich für einige Monate in ein Kloster zurückziehen, um mich intensiv den offenen Fragen, die mir das Leben jetzt aufgibt, zu stellen und sie in der Sabbatzeit beantworten. In Gottes Hände lege ich mein Leben.
 
Mit der Bitte um Gottes Segen auf euch, eure Familien und auf unsere Stadt, verabschiede ich mich
und empfehle mich eurem Gebet.