Erstellt am 18. Oktober 2015, 06:22

von Doris Fischer

Doskozil zu Flüchtlings-Gerüchten: „Purer Schwachsinn“. In sozialen Medien und im Internet werden Unwahrheiten über Flüchtlinge gestreut, Polizeidirektor verärgert.

Nachdenklich. Immer wieder wird Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil mit Gerüchten über Flüchtlinge und Flüchtlingskriminalität konfrontiert. Urheber seien für die Polizei schwer ausfindig zu machen.  |  NOEN, Werner Müllner
Drei Flüchtlinge sollen versucht haben, eine Frau zu vergewaltigen… Die Flüchtlinge seien über die Grenze abgeschoben worden… Die Polizei dürfe zu dem Vorfall nichts sagen… – solche und ähnliche Gerüchte finden sich in sozialen Medien und im Internet. Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil hat dafür drei klare Worte: „Ein absoluter Schwachsinn!“

Polizistin vergewaltigt: „Stimmt absolut nicht“

Das Gerücht, so Doskozil, hält sich seit zwei bis drei Wochen hartnäckig in Eisenstadt. „Es hat schon zwei, drei Vorfälle gegeben“, erklärt er.

Bei einem handelte es sich um einen Zwetschkendiebstahl. Ein weiterer Vorfall ereignete sich beim Durchgang beim Vicedom. Eine Frau soll von Unbekannten betatscht worden sein. „Da weiß man aber nicht, ob es sich um Asylwerber oder Einheimische gehandelt hat“, stellt Doskozil fest.

Und zu einem weiteren Vorfall sei es am Radweg bei Schützen gekommen. „Und auch da ist es zu keinen Handgreiflichkeiten gekommen. Sie haben die Frau nicht einmal angesprochen“, so der Landespolizeidirektor.

Für ihn ist es schon lächerlich, was da alles an Gerüchten im Internet kursiert und erzählt eine weitere Fake-Geschichte: „Eine Polizistin soll in Nickelsdorf von einem Flüchtling vergewaltigt worden sein. Das stimmt absolut nicht.“ Schwierig sei es, die Urheber der Geschichten zu finden.

Kein Maulkorb für die Polizisten verhängt

Er möchte aber nichts beschönigen: In Nickelsdorf sei es nicht einfach: „Es treffen andere Kulturen aufeinander, denen gewisse Eigenheiten zugeschrieben werden.“

So könne es vorkommen, dass ein Flüchtling nicht auf eine Toilette geht, die zuvor von einem Christen benutzt wurde oder er nimmt kein Essen von einem Christen an. Da würde Aufklärungsarbeit und Information helfen.

Und dass Polizisten ein Maulkorb verhängt werde, ist absoluter Schwachsinn, meint Doskozil abschließend.