Erstellt am 12. November 2015, 11:39

von LPD Burgenland und APA Red

Drogen um 1,4 Mio. Euro verkauft: Elf Festnahmen. Die Suchtmittelgruppe des Bezirkspolizeikommandos Neusiedl am See führte seit Frühjahr 2015 Ermittlungen gegen eine Tätergruppe, die gewerbsmäßigen Suchtmittelhandel in Ostösterreich betrieb.

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Der Tätergruppe (der Haupttäter stammt aus dem Bezirk Eisenstadt) wurde zwischen Jahresbeginn 2015 bis Herbst 2015, der Handel mit insgesamt 104,5 Kilogramm Cannabisblüten, 11,3 Kilogramm Speed, 8.300 Stück  XTC-Tabletten und 90 Gramm MDMA (Amphetaminart) - mit einem Gesamtstraßenverkaufswert von ca.  1,4 Millionen Euro – sowie der Anbau von 3.300 Stück. Cannabispflanzen nachgewiesen.

Die Pflanzen wurden in einer Indooranlage gezüchtet und die daraus gewonnenen Cannabisblüten gewinnbringend  verkauft.

14 Hausdurchsuchungen

Im Zuge der Ermittlungen wurden 21 Personen ausgeforscht, 11 davon festgenommen und in die zuständigen Justizanstalten eingeliefert.

In 14 Wohnungen und Häusern kam es zu Hausdurchsuchungen.  Dabei wurden Suchtmittel in Form von Speed, Heroin, XTC, LSD, MDMA und Cannabis mit einem Schwarzmarktwert von 120000 Euro sowie diverse verbotene Waffen und Beweismaterial sichergestellt.

 "Beim Haupttäter konnten insgesamt zehn Kilogramm Cannabis sichergestellt werden", sagte Kriminaldienstreferent Gerhard Braunschmidt. Auch eine Cannabis-Indooranlage mit 121 Stück Cannabispflanzen habe man ausgehoben. Der mutmaßlichen Haupttäter ist 35 Jahre alt und aus dem Bezirk Neunkirchen.

Bei den Verdächtigen handle es sich um 13 Männer und vier Frauen aus Österreich, einen Deutschen sowie eine Frau aus Tschechien und zwei Männer aus Afghanistan und Brasilien im Alter von 16 bis 35 Jahren. Darunter befindet sich laut Polizei nur ein Berufstätiger. Bei den anderen Personen handle es sich um 13 Arbeitslose, vier Schüler und einen Asylwerber.

"Mehrere Hinweise aus der Bevölkerung"

Die Ermittlungen der Suchtmittelgruppe starteten im Frühjahr. "Es hat mehrere Hinweise aus der Bevölkerung gegeben von besorgten Eltern oder auch Jugendlichen, dass bestimmte Personen Suchtgift vertreiben", berichtete Braunschmidt.

Über sogenannte Kleindealer aus dem Bezirk Neusiedl am See sei man auf die Hintermänner gestoßen, die hauptsächlich in Wien ihren Geschäften nachgingen. Verkauft wurden die Drogen zum Teil auf "Technopartys", in größeren Mengen aber auch in Privatwohnungen.

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Der Suchtmittelbereich ist laut Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil ein "ganz wesentlicher Bereich" - vor allem bei Jugendlichen. In der Gruppe der 17- bis 25-Jährigen seien etwa Drogen im Straßenverkehr ein größeres Thema als Alkohol. Heuer habe man bereits knapp 50 Drogenlenker zu verzeichnen - "fast ausschließlich Jugendliche".

Doskozil: "Rückgänge bei Kriminaliät"

Laut Doskozil tue es im Hinblick auf die Geschehnisse rund um die Flüchtlingsthematik in den vergangenen Wochen "ganz gut, dass man wieder polizeiliche Dinge in den Vordergrund stellen kann". Die Entwicklungen rund um den Fremden- und Asylbereich dürften sich positiv auswirken:

"Wir werden im heurigen Jahr eine Kriminalstatistik verzeichnen, die höchstwahrscheinlich die beste der letzten zehn Jahre sein wird. Speziell im Eigentumskriminalitätsbereich wird die Situation so sein, dass wir am Ende des Jahres durchaus Rückgänge im zweistelligen Prozentbereich haben werden."

Dies könne man auf verschiedene Faktoren zurückführen. "Aber für mich ist ein ganz wesentlicher Faktor diese hohe polizeiliche Präsenz, die im Zuge dieser ganzen Flüchtlings- und Asylthematik vorgeherrscht hat. Das hat sicherlich dazu geführt, dass schon im präventiven Bereich Täter abgeschreckt worden sind, hier ins Burgenland zu kommen. Und das ist für mich ein ganz ein wesentlicher Bereich."