Erstellt am 22. August 2012, 00:00

Droht Houseverbo(o)t?. ABGEDREHT / Magistrat versagte „Houseboot“-Veranstaltern Genehmigung, beim Event gab‘s Beschwerden wegen Lärm.

Ausgebremst. Florian Stiglitz (l.) und Bernhard Klikovits.ZVG  |  NOEN
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RUST / Elektronische Musik und entspannte Atmosphäre mitten am Neusiedler See – das wollten die Veranstalter der „Houseboot“-Events, Florian Stiglitz und Bernhard Klikovits mit ihrer SK-Event OG, einem jungen Publikum bieten. Rund ums zweite Event am Dienstag vergangener Woche gab’s Probleme: Obwohl man im März rechtlich alles abgeklärt habe, wie Stiglitz versichert, erhielt man „um 11.57 Uhr am Freitag vor der Veranstaltung eine E-Mail vom Magistrat Rust, welche die Veranstaltung ab sofort untersagte – und dies ohne Angabe einer Begründung oder Rechtsgrundlage“.

Dabei habe das Magistrat bereits am 24. Mai per E-Mail erklärt: „Diese Art von Events fallen nicht ins Veranstaltungswesen und daher sind keine weiteren Genehmigungen als jene vom Bootsbetreiber nötig.“

Polizei: „Um 18 Uhr kam die  erste Lärm-Beschwerde“

Seitens des Magistrates heißt es heute: „Da die Veranstalter immer von woanders wegfahren, ist aus unserer Sicht die Landesregierung zuständig.“ Von eben jener konnten die „Houseboot“-Chefs am Tag der Veranstaltung noch eine Genehmigung erwirken. Schluss war dennoch eine halbe Stunde vor dem geplanten Ende um Mitternacht. „Nachdem wir erfahren haben, dass es eine Lärmanzeige gibt, haben wir sofort reagiert und die Musik daraufhin abgedreht, was beim Ein- und Ausfahren im Hafenbereich sowieso bereits berücksichtigt wurde“, so Stiglitz. Die Ruster Polizei bestätigt: „Um 18 Uhr gab es die erste Beschwerde wegen Lärmbelästigung, wenig später weitere. Wir haben selbst gehört, dass die Musik sehr laut war, und die Anzeige geschrieben“, so ein Exekutivbeamter.

Die frühe Anzeige wundert Florian Stiglitz: „Die Musik war am Steg direkt neben den Booten, wo das „Check in“ stattfand, nur als leise Hintergrundmusik wahrzunehmen.“ Stiglitz und Klikovits ärgern sich: „Verwunderlich ist, dass jedes Dorffest unterstützt wird, neue Ideen zur Belebung der Region aber fast augenblicklich im Keim erstickt werden.“ Stiglitz: „Wenn jemand sich gestört fühlt, soll er es sagen. Wir wollen es uns mit keinem verscherzen und tun alles, um einen Konsens zu erzielen.“

Obwohl für den 7. September noch ein „Houseboot“-Event geplant wäre, sieht es für die Veranstalter aus, als würde es keines mehr geben. Dies hänge laut Stiglitz auch von den Mörbischer Schifffahrtsbetreibern Sommer-Weiss ab, „die an unsere innovative Eventidee glaubten und die sich nun trotzdem dem Druck einer unbekannten Öffentlichkeit beugen müssen, um ihr Geschäft nicht zu gefährden.“

„Houseboot“-Absage ist  „finanzielles Desaster“

Für die beiden Unternehmer bedeutet die Absage „schon jetzt ein finanzielles Desaster“, so Stiglitz: „Wenn einem solche Felsbrocken in den Weg geworfen werden, überlegt man schon, ob der Riesenaufwand für ein perfekt gelungenes Fest gerechtfertigt ist.“ Daher sei auch für das nächste Jahr noch nichts fix.