Erstellt am 20. März 2013, 00:00

Dürre in Bad-Kantine. Geschlossen / Gastronomin musste Konkurs anmelden, derzeit 200.000 Euro Schulden, davon 38.000 Euro Pacht bei der Gemeinde.

Gefordert. Theresia Landl: „War mit Pachtvertrag schlecht beraten.“  |  NOEN
Von Nina Sorger

EISENSTADT / Vor rund einem Jahr wurde in der Kantine des Eisenstädter Hallenbades groß Eröffnung gefeiert, nun musste Kantinenbetreiberin Theresia Landl Konkurs anmelden und fühlt sich von der Gemeinde „über den Tisch gezogen“: „Ich habe den Pachtvertrag in dem Glauben unterschrieben, auch das Parkbad und den Eislaufplatz mitzubetreuen. Daher habe ich eine Pacht von 2.400 Euro angeboten“, so Landl. Denn im Pachtvertrag steht, dass sie lediglich für Sauna und Hallenbad zuständig sei: „Mein Tagesumsatz betrug öfter nur zwölf Euro. Die Gemeinde stellt beim Eislaufplatz Getränkeautomaten auf und nimmt mir das Geschäft“, so Landl.

„Ich habe der Gemeinde im Mai 2012 gesagt, dass das so nicht tragbar ist, und bekam keine Reaktion. Daher habe ich ab Juni keine Miete mehr bezahlt – in der Hoffnung, dass ich aus dem Vertrag entlassen werde.“ Nun hat Landl, die die Südwindschenke in Oggau und eine Kantine in Alland betreibt, 200.000 Euro Schulden – davon 38.000 Euro Pachtschulden bei der Gemeinde – wegen denen der Konkurs angemeldet wurde.

Über ihren Masseverwalter bekam sie die von der Stadt gerichtlich angemeldete Forderung präsentiert: 380.499,42 Euro aus der Konkursmasse. „Wäre diese Forderung nicht, könnten wir alles regeln. Wenn ich diese Summe zahlen muss, muss ich alle Lokale schließen“, klagt Landl. Seitens der Gemeinde heißt es dazu, dass man „über Monate hinweg der Pächterin Zeit gegeben hat, um ihre finanzielle Situation in den Griff zu bekommen. Bei der Forderungsanmeldung handelt es sich zum Großteil um eine ,bedingte‘, die auch den zukünftigen Bestandzins beinhaltet. Die Pächterin war rechtlich beraten, also kann diese Forderung für sie nicht ,überraschend‘ gekommen sein.“ Weiters habe man immer betont, „einer Sanierung des Unternehmens nicht im Weg stehen zu wollen“.

Für einen Forderungsverzicht sei ein Gemeinderatsbeschluss notwendig. Dies soll in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag diskutiert werden. Seitens der Gemeinde verweist man aber darauf, „dass es nicht sein kann, dass die Stadtgemeinde auf ihre Forderung zur Gänze verzichtet. Die Stadt wird jedoch sicher keine überzogenen Forderungen stellen.“