Erstellt am 24. Oktober 2015, 05:32

von Doris Fischer

Ehrenzeichen für Pfarrer. Für seine Idee einer Priesternationalmannschaft bekam Zeljko Odobasic nun das Silberne Ehrenzeichen verliehen.

Ausgezeichnet. Altbischof Paul Iby gratulierte Zeljko Odobasic zum Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik. Er war es vor zehn Jahren, der die Priesterfußballeuropameisterschaft in Eisenstadt ermöglichte. Foto: Privat  |  NOEN, Privat
Einen ganz besonderen Platz wird das große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich bei Pfarrer Zeljko Odobasic bekommen.

Erst vergangene Woche wurde ihm dieses im Anschluss an die heilige Sonntagsmesse von Militärkommandant Gerhard Petermann im Beisein von Altbischof Paul Iby für seinen ungewöhnlichen, sportlichen Einsatz verliehen. „Es ist für mich eine große Freude und Ehre“, stellt Pfarrer Zeljko Odobasic stolz fest.

Bei roter Karte in Kirche muss gebeichtet werden

Viele Leute können sich nämlich nicht vorstellen, dass ein Priester Fußball spielt. „Fußball hat mich schon immer begeistert“, erzählt der Priester in seiner Dankesrede. Genau vor 20 Jahren nämlich gründete der junge Priester Zeljko Odobasic, selbst leidenschaftlicher Fußballer, erstmals weltweit ein eigenes Priesterteam.

Das erste Match fand in Sisak in Kroatien vor 10.000 Zuschauern statt und die Revanche war dann bei uns in Baumgarten vor 2.000 Leuten. Viele Zuschauer waren Frauen.

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„Die Damen waren natürlich neugierig, wie die Priester in Fußballdressen aussehen. Und zehn Jahre später, 2005, hatte ich die Idee, Europameisterschaften in Eisenstadt auszutragen. Damals haben acht Länder daran teilgenommen, erzählt der kickende Priester von Trausdorf und Oslip nach seiner Ehrenkreuz-Verleihung von den Anfängen und ergänzt: „Sogar Papst Johannes Paul II. hat mir damals einen Brief geschrieben, worin er mir versichert hat, dass er die Priesterfußballmeisterschaft verfolgen werde.“

Er selbst spielt nicht mehr aktiv mit. „Ich habe dafür keine Zeit mehr und der Jüngste bin ich auch nicht mehr“, schmunzelt der Priester, der noch immer großen Spaß am Sport hat. Und er verbindet Sport mit dem Glauben.

„Viele Leute gehen in die Kirche und auf den Sportplatz. Die Leute singen und es gibt viele Farben, Dressen und in der Kirche gibt es auch Farben. Die rote Karte gibt es auch in der Kirche. Da muss man dann beichten gehen“, stellt er im Anschluss an die Verleihung fest, an der auch Altbischof Paul Iby, der ihm die Erlaubnis für die EM 2005 gab, teilnahm.