Erstellt am 26. September 2015, 05:47

von Nina Sorger

Einspruch als Gegenwind. Fünf Windräder bei Au (NÖ) stören Leithaprodersdorfer „Naturtourismus“. Gemeinde legt Einspruch bei UVP-Verhandlung ein.

Dorn im Auge. Fünf 200 Meter hohe Windräder stören nach Leithaprodersdorfer Meinung das Landschaftsbild in der Natur- und Kulturregion Leithaland. Letzte Chance zum Einspruch ist die öffentliche UVP-Verhandlung. Foto: Müllner  |  NOEN, Werner Müllner
Den fünf in Au (NÖ) geplanten Windkraftanlagen weht weiterhin ein strammer Wind entgegen: Bereits im Sommer 2014 waren in Loretto Unterschriften gegen die Windräder gesammelt worden und die Gemeinde hatte gemeinsam mit Leithaprodersdorf Einspruch beim Land Niederösterreich erhoben, da zwei der Windräder zu nahe am Wohngebiet der beiden Ortschaften errichtet werden sollten – die BVZ berichtete.

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Nachdem sowohl dieser Einspruch als auch einer im Zuge einer vom Land Niederösterreich angeordneten Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) von den Behörden abgelehnt wurde, will Leithaprodersdorf bei der letzten Verhandlung des UVP-Verfahrens am 29. September nochmals Widerstand leisten.

In der Gemeinde fühlt man sich durch das Projekt auf den Schlips getreten, denn: „Unsere Parteienstellung wurde missachtet. Wir wurden nicht von dem Projekt oder von der Einleitung des UVP-Verfahrens verständigt. Wir wurden auch nicht zu dieser Verhandlung eingeladen“, so Leithaprodersdorfs Bürgermeister Martin Radatz (ÖVP).

Der ehemalige Umweltanwalt Hermann Frühstück, wohnhaft in Leithaprodersdorf, wurde von der Gemeinde als Berater hinzugezogen und weist auf einen anderen Aspekt hin: „Loretto und Leithaprodersdorf sind Teil der Natur- und Kulturregion Leithaland, die auf Naturtourismus ausgelegt ist. Bei dem Projekt wurde keine Rücksicht auf diese naturtouristischen Aktivitäten genommen“, so Frühstück.

Seitens der EVN, die das Projekt betreibt, erklärt Stefan Zach: „Es wurde behördlich festgestellt, dass alles mit der Raumordnung konform geht. Der Gemeinde Leithaprodersdorf wurden alle Informationen zum Projekt gegeben. Wir sind zuversichtlich, dass das Projekt in der eingereichten Form genehmigt wird“. Dies entscheidet sich nach der öffentlichen Verhandlung am kommenden Dienstag, bei der nochmals etwaige Einwände überprüft werden.