Erstellt am 10. Juni 2015, 07:21

von Doris Fischer

Eisenkopf: „Eine einmalige Chance“. Die 31-jährige Astrid Eisenkopf aus Steinbrunn wird das SPÖ-Regierungsteam verjüngen. Sie wird neue Landesrätin für Umwelt, Energie, Gemeindeaufsicht und Jugend.

 |  NOEN, MUELLNER Werner
Landesrätin – das lag nicht in der Karriereplanung von Astrid Eisenkopf, die am Montagvormittag als neues Gesicht in die Riege der Landesräte aufgenommen wurde. „Hätte mir vor zwei Jahren jemand das gesagt, hätte ich das nicht geglaubt“, schmunzelt die designierte SPÖ-Landesrätin.

„Solche Chance erhält man nur einmal im Leben“

Eine politische Karriere hätte sie sich durchaus vorstellen können. Immerhin ist sie seit ihrer Kindheit politisch aktiv. Ihre Stationen führten sie über die Kinderfreunde, die Sozialistische Jugend, wo sie auch Vorsitzende war, bis hin zur stellvertretenden Bezirksfrauenvorsitzenden.

Drei Stunden Bedenkzeit erbat sich die Steinbrunner SPÖ-Ortsfrauenvorsitzende und stellvertretende Ortsparteivorsitzende nach dem überraschenden Anruf von Landeshauptmann Hans Niessl.



„Im Vorfeld gab es einige Gespräche mit Landeshauptmann Hans Niessl – in der Finanzabteilung bin ich ihm ja direkt unterstellt – aber nichts Konkretes. Richtig konkret ist es dann gestern am Abend geworden“, erzählt die frischgebackene Landesrätin für Umwelt, Energie, Gemeindeaufsicht und Jugend.

„Nach Rücksprache mit meiner Familie habe ich schließlich zugesagt“, so Eisenkopf weiter, die sich ihrer großen Verantwortung bewusst ist. „Eine solche Chance erhält man nur einmal im Leben“, ist sich die studierte Wirtschaftsjuristin sicher. Sie fühlt sich geehrt.

Privatleben der 31-Jährigen wird zurückgeschraubt

Eines weiß die designierte Landesrätin schon jetzt: „Es wird heftig, sehr zeit- und arbeitsintensiv.“ So steht in den nächsten Wochen die Einarbeitung in die Thematik an oberster Stelle, aber auch ihr Team muss sich die 31-Jährige noch zusammenstellen.

In Zukunft wird sie privat etwas kürzer treten müssen. „Ich werde auf einiges verzichten müssen“, ist sich die Landesrätin sicher.

Ihre Hobbys, wie Laufen oder mit ihrem Mann Motorradtouren zu unternehmen, müssen hintangestellt werden. Die Zeit mit ihrem Mann und ihrem Hund wird sie intensiver nutzen. Mit Freunden treffen, ins Kino oder essen gehen wird es nicht mehr so oft geben.

Nur positive Rückmeldungen aus Umfeld bekommen

x  |  NOEN, ORF/Milenko Badzic
Dass sie auch Humor besitzt, bewies die designierte Landesrätin vor mittlerweile zwei Jahren mit ihrer Teilnahme an der Faschingsmillionenshow bei Armin Assinger.

Im Kleopatra-Kostüm wartete sie auf ihren Einsatz. Leider schaffte sie es damals aber nicht in die Mitte.

Bis jetzt habe sie aus ihrem Umfeld nur positive Rückmeldungen erhalten. Steinbrunns Bürgermeister Klaus Mezgolits (SPÖ) freut es sehr. „Ich habe ihr schon gratuliert“, berichtet Mezgolits stolz. Er wünscht ihr das nötige Glück, Zähigkeit und Nerven. „Die wird sie brauchen“, so Mezgolits.

SPÖ-Ortsparteiobmann Behrouz Sayahpour beschreibt Astrid Eisenkopf als „tolle, kompetente Frau“ und er ist sich sicher, „dass sie ihre Aufgabe gut machen wird.“ „Die Ernennung zur Landesrätin ist eine Aufwertung für die SPÖ Steinbrunn“, freut er sich.

Glückwünsche kommen auch von der Opposition. „Der politische Boden ist immer härter geworden. Persönlich wünsche ich ihr, dass sie sich behaupten kann“, meint Vize Thomas Kittelmann.

Die neue Landesrätin

  • Astrid Eisenkopf wurde am 22. Feber 1984 geboren.

  • Politischer Werdegang: SJ-Vorsitzende in Steinbrunn, Frauenvorsitzende, stellvertretende Ortsparteivorsitzende und stellvertretende Bezirksfrauenvorsitzende.

  • Beruflicher Werdegang: Sie studierte Wirtschaft und Recht an der WU Wien; arbeitete in der Burgenländischen Gebietskrankenkasse, in der Beteiligungs- und Finanzabteilung der Landesregierung; zuständig für EU-Prüfungen.