Erstellt am 15. Juli 2014, 12:56

von Bettina Eder

Anzeige gegen Schuldirektor. Gelder, die für die Betreuung von behinderten Schülern im Gymnasium Wolfgarten in Eisenstadt vorgesehen waren, sollen für die Abgeltung von unverbindlichen Übungen und Freigegenständen verwendet worden sein.

Gymnasium Wolfgarten  |  NOEN
Weil Gelder, die für die Betreuung von behinderten Schülern vorgesehen waren, zweckentfremdet verwendet wurden, steht der Direktor des Gymnasiums der Diözese Wolfgarten, Josef Mayer, unter dem Verdacht des Amtsmissbrauchs. Aus diesem Grund wurde nun seitens des Landesschulrats bei der Staatsanwaltschaft eine Anzeige gegen Mayer eingebracht. Ein Schaden von 50.000 Euro soll dadurch entstanden sein. In der Anzeige ist vom "schwerwiegenden Vorwurf" des "nicht zweckmäßigen Einsatzes der Behindertenwerteinheiten" die Rede. Eine Werteinheit, mit der der Umfang, der für Lehrer zur Verfügung stehenden Stunden ausgedrückt wird, entspricht dabei dem Geldwert von etwa 3.200 Euro.

Konkret hätten die Untersuchungen des Landeschulinspektors jetzt ergeben, dass mehrere Schüler statt der beantragten 12 Behindertenwerteinheiten teilweise sogar nur eine Stunde entsprechend betreut worden seien. Es wird vermutet, dass diese Behindertenwerteinheiten Lehrern für unverbindliche Übungen und Freigegenstände zugesprochen wurden, die laut Lehrerfächerverteilung eigentlich ohne Abgeltung sind. Bei einzelnen Lehrern, darunter auch Direktor Mayer selbst, "scheint ein solcher Zusammenhang in den Lehrfächerverteilungen nicht auf", heißt es in der Anzeige, die der BVZ zugespielt wurde.

Zum laufenden Verfahren wollen sich weder der Amtsführende Landeschulratspräsident Gerhard Resch noch Direktor Mayer äußern.