Erstellt am 23. Februar 2016, 11:42

von APA/Red

Eisenstadt arbeitetn an Etappenplan für Barrierefreiheit. In Eisenstadt wird derzeit an einem Etappenplan zur Umsetzung der Barrierefreiheit gearbeitet.

 |  NOEN, Alina Marzi

Der rund 100 Seiten umfassende Plan soll im Juni im Gemeinderat beschlossen werden, so Bürgermeister Thomas Steiner (ÖVP) am Dienstag vor Journalisten. Sämtliche Maßnahmen sollen binnen zehn Jahren verwirklicht werden.

Seit zwei Jahren befasse man sich mit der Thematik, schilderte Steiner. In Vergangenheit habe man immer wieder Mitteilungen bekommen, dass es in der Stadt Barrieren in verschiedener Form - zumeist baulicher Art - gebe. Man wolle sich jedoch nicht nur auf bauliche Barrieren konzentrieren, sondern das Thema umfassend angehen, erläuterte der Stadtchef. So werde die Internet-Homepage der Stadt neu aufgesetzt. Mitarbeiter würden geschult, wie sie mit Menschen mit Behinderungen umgehen sollten.

Zwei denkmalgeschützte Gebäude schon barrierefrei

Bereits im Vorjahr wurden zwei denkmalgeschützte Gebäude neu gestaltet. Dabei habe man auch versucht, einen möglichst barrierefreien Zugang zu schaffen, berichtete Steiner. Der Weg vom Bahnhof in die Innenstadt wurde auf Barrierefreiheit überprüft. Bei der für heuer geplanten Einrichtung eines städtischen Busverkehrs sei ein barrierefreier Zugang in den Bussen bereits selbstverständliche Vorgabe.

Eisenstadt habe bei der Umsetzung unter den Landeshauptstädten eine Vorreiterrolle eingenommen, sagte Behindertenanwalt Erwin Buchinger. Die Art und Weise, wie man das Problem angegangen sei - systematisch, umfassend und mit Bürgerbeteiligung - sei genau jene Form, wie man zu guten Lösungen komme. Seitens der Landeshauptstädte gebe es bisher viele Bemühungen, Wien habe schon vor mehr als zwei Jahren einen Etappenplan beschlossen. Kritik übte Buchinger an der langen Übergangsfrist bis 2042, die man sich in der Bundeshauptstadt gesetzt habe.

Der Zugang von Eisenstadt, die Hindernisse in etwa zehn Jahren zu beseitigen, sei "viel realistischer": "Das ist auch für Menschen mit Behinderungen grundsätzlich akzeptabel." In einer Stadt mit historischem Kern und vielen Altbauten müsse man abgestuft nach Prioritäten vorgehen. Eisenstadt habe das getan und das sei vorbildlich, ebenso wie der umfassende Ansatz. Jede Investition in umfassende Barrierefreiheit diene allen Menschen, betonte Buchinger.