Erstellt am 14. November 2016, 12:52

von APA Red

Erweitertes Justizzentrum feierlich eröffnet. In Eisenstadt ist am Montag das erweiterte und sanierte Justizzentrum offiziell eröffnet worden. Die Bundesimmobiliengesellschaft hat in das Bauvorhaben, zu dem im Juni 2010 der Spatenstich erfolgt war, rund 62 Millionen Euro investiert, zog BIG-Geschäftsführer Hans Peter Weiss beim Festakt am Gelände der Justizanstalt Bilanz.

Das im Juni dieses Jahres fertiggestellte Vorhaben sei "eines der ganz großen Bauprojekte der BIG in Österreich", sagte Weiss. Mit rund 24.000 Quadratmetern Nettoraumfläche sei der Gebäudekomplex fast doppelt so groß wie vor der Erweiterung. Der ursprüngliche Bau war von 1962 bis 1968 errichtet worden, erläuterte der Leiter der Justizanstalt, Oberst Günter Wolf. Wie damals die Bauarbeiten hätten nun die Erweiterungs- und Sanierungsmaßnahmen ebenfalls sechs Jahre gedauert.

In der Justizanstalt gibt es nun 111 Hafträume für 160 Männer sowie einen Freigängertrakt für zehn Personen. Erstmals seit den Anfangsjahren besteht auch wieder eine Abteilung zur Unterbringung von bis zu 20 Frauen, die sich in U-Haft oder bis zu 18 Monate im Strafvollzug befinden, berichtete Wolf. Die sechsjährige Bauzeit während des laufenden Betriebes habe eine große Aufgabe dargestellt. Heute sei die Justizanstalt im Hinblick auf die Vollzugsgrundsätze "eine der modernsten Europas".

Zentrum als Standort von zentraler Bedeutung

Das Burgenland und Eisenstadt seien für die Justiz "ein guter Boden", sagte Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP). Das Justizzentrum sei "ein wichtiger Standort von zentraler Bedeutung" und habe seinen Plafond noch nicht erreicht. Der Ressortchef erinnerte auch an den gestiegenen Arbeitsaufwand für Staatsanwaltschaft und Gericht im Bereich der Schlepperkriminalität, der während der Bauphase zu bewältigen war: "Das war schon extrem schwierig".

Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) bezeichnete die Justiz als "Säule der Demokratie". Die Aufgaben für die Justiz würden immer umfassender. Das Burgenland sei dabei "ein Sicherheitsdienstleister für Österreich und Europa", sagte Niessl.

Den Wunsch nach einem Ausbau bestand schon seit längerem. So habe schon 1999 der damalige Präsident Alois Posch eine Erweiterung beantragt, berichtete der Präsident des Oberlandesgerichts Wien, Gerhard Jelinek. Vor elf Jahren sei ein erster Entwurf für ein Bau- und Funktionskonzept ausgearbeitet worden, erzählte Oberst Wolf. Die Teilnehmer des Festaktes konnten im Anschluss an die Schlüsselübergabe an einer Führung durch das Justizzentrum teilnehmen.