Erstellt am 08. Oktober 2014, 09:26

von Doris Fischer und Mathias Schranz

Hohensteiner Täter zu früh entlassen. Der 30-jährige Ilja B. hätte bei Prozess am 15. Oktober aussagen sollen, wurde durch einen Justiz-Irrtum aber zu früh freigelassen.

Tatort. Vor fast neun Jahren wurde der Juwelier Hohensteiner in der Eisenstädter Fußgängerzone überfallen. In akribischer Kriminalarbeit konnten die Täter gefasst werden. Einer von ihnen steht am 15. Oktober vor Gericht.  |  NOEN, Müllner
Neun Jahre ist es her, dass der Juwelier Hohensteiner in der Fußgängerzone überfallen wurde. Dem damals 22-jährigen Uhrmacher Bernd Riedl wurde von einem der Täter ins Gesicht geschossen und er wurde schwer verletzt. Er starb vergangenes Jahr an den Folgen des Schusses.

Am Mittwoch, 15. Oktober, steht nun jener Mann vor Gericht, der den folgenschweren Schuss auf der Flucht abgegeben haben soll. Die Anklage gegen den 27-Jährigen lautet auf Mord und schweren Raub als Mitglied einer kriminellen Vereinigung.

„Keine Auswirkung auf den Prozess!“

Nur ein Zeuge wird dabei fehlen. Einer der Mittäter, ein 30-jähriger Serbe, wurde irrtümlich drei Jahre zu früh aus der Haft in der Justizanstalt Garsten (Oberösterreich) entlassen. Eigentlich hätte der Kriminelle sechs Jahre Haft in Deutschland und sechs Jahre in Österreich absitzen müssen. Durch einen Irrtum in der Verwaltung wurde er vorzeitig entlassen.

Aufgrund des Aufenthaltsverbots in Österreich ist er wieder in seinem Heimatland. Die Chancen, dass er freiwillig zurückkommt, stehen schlecht. Für die Familie des Opfers ist das ein Schlag ins Gesicht: „Wir haben das Ganze noch gar nicht richtig mitbekommen, aber das ist natürlich sehr unangenehm“, so die Mutter des verstorbenen Bernd Riedls.

Koch: „Beweislage ist dicht genug“

Dass der mittlerweile 30-jährige Serbe beim Prozess am 15. Oktober nicht aussagen wird, hat laut Staatsanwaltschaftssprecher Roland Koch „keine wesentlichen Auswirkungen auf den Prozess“. Die von ihm zuvor gemachte Aussage kann laut Koch beim Prozess verwendet werden.

„Wir können beruhigt in den Prozess gehen. Die Beweislage ist aus der Sicht der Staatsanwaltschaft dicht genug“, betont der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Dem Prozess auf jeden Fall beiwohnen wird auch Helga Hohensteiner. „Ich bin als Zeugin geladen. Aber es ist für mich nicht leicht. Es tut weh, dass der Fehler mit dem Zeugen gemacht wurde. Der Prozess greift wieder viel auf. Ich wünsche mir für den Täter eine gerechte Strafe.“