Erstellt am 05. Oktober 2014, 11:43

von APA/Red

Mordprozess neun Jahre nach Überfall. Vor bald neun Jahren ist bei einem Überfall auf den Eisenstädter Juwelier Hohensteiner ein 22-jähriger Mitarbeiter angeschossen und schwer verletzt worden. Er starb im Vorjahr als Pflegefall.

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Ab 15. Oktober steht jener Mann vor Gericht, der den folgenschweren Schuss abgegeben haben soll. Die Anklage gegen den 27-Jährigen lautet auf Mord und schweren Raub als Mitglied einer kriminellen Vereinigung.

Am Nachmittag des 28. November 2005 hatten drei Männer das Juweliergeschäft in der burgenländischen Landeshauptstadt überfallen. Während einer von ihnen eine Mitarbeiterin mit einer Waffe bedrohte, schlugen die anderen Vitrinen ein und rafften wertvolle Markenuhren an sich.

Opfer verstarb 2013

Als die Räuber mit der Beute im Wert von rund 448.900 Euro flüchteten, lief ihnen der Uhrmacher nach und versuchte, einen der Männer festzuhalten. Der schoss ihm daraufhin ins Gesicht. Der 22-Jährige erlitt schwere Hirn- und Rückenmarkschäden und starb im Februar 2013 an einer Hirnlähmung.

Einer der Räuber, der für die Bande Fluchtfahrzeuge organisieren sollte, wurde im Mai 2012 in Eisenstadt zu sechs Jahren und einem Monat Haft verurteilt. Er ist inzwischen wieder frei, weil sich für ihn irrtümlich die Gefängnistore um drei Jahre zu früh öffneten. Dem mittlerweile 30-jährigen Serben wurde eine Ladung zum erneuten Haftantritt in seine Heimat nachgeschickt.

Strafverfolgung auch in Spanien und Deutschland 

Der mutmaßliche Schütze, der sich ab 15. Oktober vor Gericht verantworten muss, habe sich im Verfahren bisher der Aussage entschlagen, hieß es aus dem Landesgericht Eisenstadt. Der 27-Jährige, der fünf Aliasnamen verwendet haben soll, wurde im Jänner dieses Jahres in Madrid wegen Raubes zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Die spanische Justiz hat ihn zeitlich befristet an Österreich zur Strafverfolgung übergeben. Auch die deutschen Behörden interessieren sich für den 27-Jährigen. Die Hauptverhandlung in Eisenstadt ist für zwei Tage angesetzt. Es ist nach längerer Unterbrechung wegen des Umbaus und der Sanierung des Gerichtsgebäudes der erste große Prozess, der wieder im renovierten Schwurgerichtssaal stattfindet. Wie schon bei der Verhandlung gegen den mutmaßlichen Komplizen vor zweieinhalb Jahren gelten auch diesmal wieder erhöhte Sicherheitsvorkehrungen.