Erstellt am 21. August 2014, 13:07

Nach Überfall auf Juwelier: Mordanklage. Vor fast neun Jahren wurde beim Überfall auf den Juwelier Hohensteiner in Eisenstadt ein junger Uhrmacher in den Kopf geschossen.

 |  NOEN, Erwin Wodicka

Der damals 22-Jährige war seither pflegebedürftig und starb im Vorjahr. Der mutmaßliche Schütze, ein 27-jährige Serbe, wurde nun wegen Mord und schwerem Raub angeklagt, bestätigte das Landesgericht Eisenstadt am Donnerstag.

Drei Maskierte hatten am 28. November 2005 das Geschäft betreten, eine Mitarbeiterin bedroht und Uhren im Wert von knapp 450.000 Euro erbeutet. Als die Männer flüchteten, verfolgte sie der 22-Jährige und versuchte, einen der Täter am Einsteigen in den Fluchtwagen zu hindern. Der drehte sich um, hielt dem Uhrmacher eine Pistole an den Mund und schoss.

Opfer erlitt Hirn- und Rückenmarkschäden

Der Getroffene erlitt schwere Hirn- und Rückenmarkschäden. Im Februar 2013 starb der Mann nach einer Hirnlähmung. Die Verdächtigen wurden zwar ein Jahr nach dem Überfall in Serbien gefasst, zwei der Männer jedoch wieder freigelassen. 2012 wurde schließlich einer der mutmaßlichen Täter in Eisenstadt zu sechs Jahren und einem Monat Gefängnis verurteilt, aufgrund anderer Verurteilungen betrug das Gesamtstrafmaß 13 Jahre.

Der 27-Jährige mutmaßliche Schütze wird durch DNA-Spuren belastet. Er soll eine Blutspur auf der Rückbank des Fluchtwagens hinterlassen haben. Der Mann hatte sich laut "Kurier" zuletzt als Fitnesstrainer in Madrid über Wasser gehalten. Nach Raubüberfällen verurteilte ihn ein Madrider Gericht zu sechseinhalb Jahren Haft.

Befristete Übergabe an Österreich

Zur Strafverfolgung im Juwelierraub wurde der 27-Jährige von Spanien für eine begrenzte Zeit an Österreich übergeben, so ein Sprecher des Landesgerichts Eisenstadt. Ob der Mann im Fall einer Verurteilung seine Strafe in einem österreichischen Gefängnis verbüßt, könne man noch nicht sagen. Es könne sein, dass er wieder nach Spanien überstellt wird oder nach Deutschland, wo sich die Justiz ebenfalls für ihn interessiert. Dies sei von den spanischen Behörden zu entscheiden. Der Termin für die Gerichtsverhandlung wurde für den 15. und 16. Oktober angesetzt.