Erstellt am 22. April 2015, 06:50

von NÖN Redaktion

Name am Rücken: 20 Monate Haft. 26-Jähriger ritzte Opfer mit Messer seinen Namen in den Rücken und streute Salz in die offenen Wunden, Freund assistierte.

Mit einem solchen Werkzeug wurde das Opfer gequält. Foto: Shutterstock/Volkova  |  NOEN, Shutterstock/Volkova

Warum es am 12. Februar mitten in der Nacht zu der Bluttat in Eisenstadt kam, konnte auch bei der Gerichtsverhandlung nicht geklärt werden. Angeklagt wurden ein zweifach vorbestrafter 26-jähriger Eisenstädter und dessen 25-jähriger Freund.

Grausames Schauspiel: „Die Schmerzen waren extrem“

Nachdem sie in den Stunden zuvor reichlich Alkohol konsumiert hatten, waren die Männer um drei Uhr morgens in der Wohnung eines befreundeten 40-jährigen Mannes aufgetaucht.

„Wir sagten: Eigentlich gehört ihm eine Lektion erteilt“, erinnerte sich der 25-jährige Lkw-Fahrer. „Es ging um Frauen und Geld“, deutete der 26-Jährige, ein gescheiterter Unternehmer, jetzt arbeitslos, an. „Er ging in die Küche und kam mit einem Küchenmesser zurück. Seine Augen waren blutunterlaufen“, beschrieb das Opfer den 26-Jährigen.

Danach begann ein grausames Schauspiel: Zuerst schnitt der 26-Jährige dem Opfer mit dem Küchenmesser in die Schulter, sodass dieser zu bluten begann. Dann ließ er sich von seinem Freund dessen Leatherman reichen.

Mit diesem ritzte er dem Opfer seinen Namen in den Rücken. Der 25-Jährige holte Salz aus der Küche, sein Freund streute dieses in die Wunden. „Die Schmerzen waren extrem“, erinnerte sich der Gequälte.

Freund „überfordert“: „Ich fragte ihn: Was machst du da?“

Der 26-Jährige gab sämtliche ihm vorgeworfene Straftaten zu. Der 25-Jährige erklärte, er sei von der Tat seines Freundes „überfordert“ gewesen. „Ich fragte ihn: Was machst du da? Er sagte: Ich schneide meinen Namen hinein“, berichtete der 25-Jährige.

Das psychiatrische Gutachten bescheinigt dem 26-Jährigen eine Persönlichkeitsstörung. Richterin Karin Lückl verurteilte den 26-Jährigen zu 20 Monaten Freiheitsstrafe, zusätzlich muss er drei Monate aus einer bedingt verhängten Strafe verbüßen. Der Mann wird in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen.

Sein Komplize muss 900 Euro Geldstrafe bezahlen, zusätzlich wurde eine bedingte Haftstrafe von neun Monaten verhängt.

Das Opfer bekommt ein symbolisches Schmerzensgeld von jeweils 200 Euro. Beide Angeklagten nahmen das Urteil an, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab.