Erstellt am 08. April 2015, 06:20

von Elisabeth Kirchmeir

Freispruch zu Stadionsitzen. SC Ritzing-Obmann Harald Reißner kann aufatmen: Der Vorwurf hinsichtlich der Stadionsitze aus dem ehemaligen Eisenstädter Lindenstadion ist vom Tisch.

Entschluss. Streit um Eisenstädter Stadionsitze beendet. Foto: Bilderbox.com  |  NOEN, www.BilderBox.com
Seit 2008 wurde gegen SC Ritzing-Obmann Harald Reißner ermittelt, seit Juni 2014 läuft ein Prozess wegen Veruntreuung und betrügerischer Krida, kurz vor Ostern erfolgte nun ein Teilfreispruch.

Abmontierte Sitze zur Schuldenbegleichung?

Die Anklage konfrontierte Reißner mit zwei Fakten: Er soll 2007 als Geschäftsführer der Vinea drei Mercedes aus dem Firmenbesitz wenige Wochen vor dem Konkurs der Firma an seinen Vater, Bruder und Onkel verkauft und dadurch die insolvente Firma geschädigt haben. Der zweite Vorwurf betraf 530 Stadionsitze aus dem ehemaligen Eisenstädter Lindenstadion.

Reißner soll 2007, als eine Spielkooperation zwischen dem SC Ritzing und dem SC Eisenstadt bestand, diese Sitze verwendet haben, um Schulden seines Sportvereins bei einer Ausstattungsfirma zu begleichen. Diese Firma hatte das neue Ritzinger Sportzentrum mit Sitzen ausgestattet, aber kein Geld erhalten. Deshalb forderte die Firma die in Ritzing montierten Sitze zurück. Reißner übergab aber nicht die Ritzinger Sitze, sondern jene aus Eisenstadt.

„Reinwaschung tut dem SC Ritzing gut“

„Es war damals allen klar, dass die Eisenstädter Sitze in die Spielgemeinschaft eingebracht wurden“, erläuterte dazu Reißners Verteidiger Nikolaus Mitrovits. Im Nachhinein habe der Ex-Obmann des SC Eisenstadt Anzeige gegen Reißner eingebracht und behauptet, dieser hätte die Eisenstädter Stadionsitze für ihn verkaufen und ihm den Erlös abliefern sollen. Zu diesem Vorwurf erfolgte nun ein Freispruch, der bereits rechtskräftig ist. „Auch die Richterin hat es so gesehen, dass beide Vereine über die Sitze verfügen durften“, so Mitrovits.

„Dr. Reißner hat jahrzehntelang für den SC Ritzing gelebt, sich ehrenamtlich engagiert und viel Geld investiert“, so der Verteidiger. Aus dem Blickwinkel der Ehrenamtlichkeit sei es für seinen Mandanten nicht verständlich gewesen, dass er sich strafbar gemacht haben soll. „Es tut dem SC Ritzing gut, dass Dr. Reißner als Obmann und die anderen Organe nun reingewaschen sind“, so Mitrovits.

Weiterverhandelt wird im Mai. Zu klären ist noch die Frage, ob durch den Verkauf der drei Mercedes die insolvente Vinea geschädigt wurde. Dazu muss ein ehemaliger Buchhalter als Zeuge befragt werden.