Erstellt am 28. Juli 2015, 18:17

von APA/Red und Doris Fischer

Tod im Park: Fremdverschulden ausgeschlossen. Ein 65-jähriger Mann, dessen Leiche am Samstag im Eisenstädter Schlosspark gefunden worden war, ist in Folge einer Krankheit eines natürlichen Todes gestorben.

Symbolbild/Müllner  |  NOEN, Werner Müllner

Jener Mann, der vergangenen Samstag tot im Gebüsch beim Leopoldinentempel im Eisenstädter Schlosspark aufgefunden wurde, ist ungarischer Staatsbürger, der teilweise in Österreich ohne Aufenthaltsgenehmigung – zeitwiese in Betreuung der Pannonischen Tafel – lebte, das ergab ein Hinweis aus dem Bekanntenkreis des Verstorbenen.

Mann lag bereits mehrere Tage tot im Park

Der 65-Jährige dürfte laut Staatsanwalt Roland Koch schon zwei bis drei Tage tot im Schlosspark gelegen sein, bis ihn ein Spaziergänger – er war mit seinem Hund kurz nach acht Uhr morgens im Schlosspark unterwegs – im Dicklicht entdeckte.

Der Mann lebte für lange Zeit in der Obdachlosenstelle der Pannonischen Tafel. Als diese sperren musste, lebte er mal bei einem Bekannten, für eine Zeit auch in einer Pfarre. Der Mann trug keine persönlichen Gegenstände mit sich, daher konnte die Identität nicht sofort festgestellt werden.

Obduktion: Fremdverschulden ausgeschlossen

Fremdverschulden kann ausgeschlossen werden. Das ergab eine von der Staatsanwaltschaft Eisenstadt (StA) angeordnete Obduktion, die am Dienstag durchgeführt wurde, teilte StA-Sprecher Roland Koch auf Anfrage mit. Die Leiche wurde bereits freigegeben.

Fremdverschulden konnte laut StA zunächst nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden, weshalb die Obduktion angeordnet wurde. Laut Polizei hatte er - bei den sommerlichen Temperaturen vergangene Woche auffällig - mehrere Teile Oberbekleidung getragen.

Trauriges Leben

Hans W. hat das Leben irgendwann aus der Bahn geworfen. Zwei Jahre hat er in der Obdachlosenstelle der Pannonischen Tafel gelebt. Seine Freunde erzählen, dass es für kurze Zeit gelungen ist, ihn aus seiner Lethargie zu holen. Ein Frisörbesuch, bei dem seine mächtige Mähne und der Bart gestutzt wurden, ließ ihn kurz aufblühen. „Er hätte mehr Hilfe gebraucht. Mehr als wir imstande waren zu geben“, erzählen seine Helfer.

Vor 14 Tagen kam er mit einem gebrochenen Bein ins Spital. Danach war er verschwunden – bis man ihn tot im Schlosspark fand. Hans W. las gerne Zeitungen. „Da hat er sich als Teil der Welt gesehen. Danach ist er wieder zurückgekehrt in seine Einsamkeit. Es war nicht einfach mit ihm, seine Verbitterung ist ihm oft ihm Weg gestanden. Irgendwie haben alle aufgegeben, wir und er“, erzählen seine letzten und einzigen Freunde.

BVZ.at berichtete: