Erstellt am 04. Mai 2011, 00:00

Elsasser: „Konnte das Geld nicht zurückgeben“. GESTÄNDIG / Ex-Kinderstar Kurt Elsasser gestand, sich Geld ausgeborgt zu haben. Er wurde nicht verurteilt, muss aber 240 Stunden gemeinnützige Leistungen erbringen.

Vor Gericht. Der Künstler Kurt Elsasser wechselte von der Showbühne auf die Anklagebank am Landesgericht in Eisenstadt. KIRCHMEIR  |  NOEN
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MATTERSBURG/ EISENSTADT / Bei der ersten Verhandlung im März dieses Jahres hatte der ehemalige Kinderstar Kurt Elsasser (43) noch geleugnet: „Ich habe mir kein Geld ausgeborgt!“ Vorige Woche, am zweiten Verhandlungstag, gab er dann alles zu: „Ich möchte gestehen, dass Frau Fleck mir das Geld geliehen hat. Ich konnte es nicht zurückgeben.“

Jubiläumsshow platzte,  Druckkosten blieben offen

Sylvia Fleck, Künstlerin, Unternehmerin und Betreiberin des Copy&Cut in Mattersburg, war mit dem Ex-Star und seiner Frau befreundet. Als sich Kurt Elsasser wegen eines Privatkonkurses in finanziellen Schwierigkeiten befand, half sie ihm im Dezember 2008 und im Jänner 2009 mit insgesamt 7820 Euro aus. „Es war vereinbart, dass er kleine Beträge zurückzahlt. Es kam aber nie etwas“, so die Unternehmerin.

Daher forderte sie im September 2009 das Ehepaar auf, zwei Schuldscheine über die offene Summe zu unterschreiben, was die beiden auch taten. „Ich sagte: Wenn ihr nicht unterschreibt, gehe ich an die Medien“, so Fleck.

Im September 2009 hätte auch eine Jubiläumsshow anlässlich „30 Jahre Kurt Elsasser“ stattfinden sollen. Sylvia Fleck hatte für diese Veranstaltung bereits Plakate, Flyer und Eintrittskarten gedruckt, als Kurt Elsasser die Veranstaltung kurzfristig absagte. Sylvia Fleck blieb auf Druckkosten von 1371 Euro sitzen. Anfang 2010 erstattete Sylvia Fleck Anzeige gegen Kurt Elsasser und seine Frau. „Da kamen sechs Rechnungen von ihm auf einmal“, wunderte sich die Mattersburger Unternehmerin.

Elsasser machte Gagen für Auftritte geltend, die gar nicht vereinbart gewesen seien. Unter anderem forderte er 13.000 Euro dafür, dass er bei einem Promi-Skirennen am Semmering ein Stirnband mit dem Copy&Cut-Logo getragen habe.

Außerdem brachte Elsasser als Retourkutsche eine Anzeige gegen die Unternehmerin bei Gericht ein. Da sich seine Vorwürfe als substanzlos erwiesen, erhob die Staatsanwaltschaft zusätzlich Anklage wegen Verleumdung gegen den Ex-Kinderstar. Am Donnerstag der Vorwoche erschien Kurt Elsasser ohne seine Frau vor Gericht – diese ließ sich wegen gesundheitlicher Probleme entschuldigen. Er könne derzeit nicht auftreten – weil er sehr unter der Erkrankung seiner Frau leide, so Elsasser.

Richterin Karin Knöchl setzte fest, dass Elsasser innerhalb von sechs Monaten seine Schulden bei Sylvia Fleck begleichen und zusätzlich 240 Stunden gemeinnützige Leistungen erbringen muss.

Staatsanwältin Eva Brenner war mit der diversionellen Vorgangsweise nicht einverstanden. „Vor allem wegen des Tatbestandes der Verleumdung“, lautete ihre Begründung. Wegen der erfundenen Vorwürfe gegen die Unternehmerin seien Justiz und Polizei tätig geworden. „Sie haben den Staat benutzt, um in die Gegenrichtung zu fahren“, warf die Staatsanwältin dem Beschuldigten vor. Sie werde die Entscheidung der Richterin prüfen und dazu Stellung nehmen.