Erstellt am 04. Juni 2014, 00:01

von Elisabeth Kirchmeir

Enkelin missbraucht?. Im Sommer 1989 soll ein Mann seine damals sechsjährige Enkelin sexuell missbraucht haben. Jetzt steht er vor Gericht.

Bezirk Eisenstadt / Vor 25 Jahren soll ein heute 74-jähriger Pensionist aus Wien auf einem Campingplatz im Bezirk Eisenstadt seine sechsjährige Enkelin sexuell missbraucht haben. Wegen dieses Vorwurfs muss er sich nun vor Gericht verantworten.

Zu dem Missbrauch soll es in einer Nacht im Sommer 1989 in einem Mobilheim gekommen sein. Der Großvater übernachtete damals allein mit dem sechsjährigen Mädchen und dessen um zwei Jahre jüngeren Bruder auf dem Campingplatz.

Sie sei, so die heute erwachsene Frau, damals aufgewacht, weil der Großvater sie im Intimbereich berührt habe. Der Großvater soll das Mädchen auch zu sexuellen Handlungen an sich selbst aufgefordert haben.

Nach dem Vorfall soll er das Kind bedroht haben, um zu verhindern, dass dieses über den Missbrauch spricht.

Vater des Opfers zeigte den Großvater an

Erst im Sommer 2013 erstattete der Vater der heute 31-jährigen Frau Anzeige gegen seinen eigenen Vater. Das mutmaßliche Opfer leidet unter Essstörungen, Schlafstörungen und Suizidgedanken und musste wegen psychischer Probleme mehrmals stationär behandelt werden. Der Großvater bekannte sich nicht schuldig.

Die Enkelin leide unter dem Borderline-Syndrom, sagte sein Verteidiger. „Mein Mandant hat das Interesse, vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs, der ihm als Großvater ans Herz geht, reingewaschen zu werden“, so der Verteidiger. Die Enkelin sei eine „Lügnerin“, die Behauptungen seien Teil des Krankheitsbildes.

„Ich hatte nie ein Problem mit ihr“, sagte der Angeklagte über seine Enkelin. Die behaupteten Tathandlungen habe es nie gegeben. „Sicher nicht, weil ich habe meine Kinder gern“, sagte der Angeklagte.

Der Prozess wurde vertagt.