Erstellt am 10. Juni 2016, 16:03

von APA/Red

Erweiterung des Justizzentrums Eisenstadt abgeschlossen. Baumaschinen, Kräne und Gerüste haben jahrelang das Bild des Justizzentrums Eisenstadt dominiert.

 |  NOEN, Erwin Wodicka
Seit 2010 wurden ein neues Gerichtsgebäude errichtet, die Justizanstalt erweitert und das alte Landesgericht komplett saniert. Am Freitag wurde das abgeschlossene Großvorhaben, in das die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) rund 62 Millionen Euro investiert hat, den Medien präsentiert.

Ende 2010 hatte die erste Phase begonnen, bei der durch Zubauten das Landesgericht und die Justizanstalt um insgesamt rund 11.800 Quadratmeter erweitert wurden, zog BIG-Geschäftsführer Hans-Peter Weiss Bilanz. Zusätzlich entstand eine Tiefgarage. Ab April 2013 wurden das alte Landesgerichtsgebäude und die Justizanstalt saniert, dazu entstand ein Zubau für Freigänger.

Insgesamt knapp 24.000 Quadratmeter

Nach Abschluss der Arbeiten stehen für Landes- und Bezirksgericht, Staatsanwaltschaft und Justizanstalt insgesamt knapp unter 24.000 Quadratmeter zur Verfügung. Herausforderungen bei dem Bauvorhaben seien einerseits die Umsetzung während des vollen Betriebes und andererseits die Verwirklichung des vorgegebenen Niedrigenergiehaus-Standards gewesen, schilderte Weiss. Beim Neubau wurden unter anderem eine Solaranlage und eine Hackschnitzelanlage errichtet. Der gesamte Komplex wurde barrierefrei angelegt.

Zu Beginn sei man von Gesamtkosten in Höhe von etwas über 50 Millionen Euro ausgegangen, so Weiss. Im Zuge der längeren Bauzeit und durch zusätzliche Maßnahmen seien die Kosten um fast acht Millionen gestiegen. Ein Konkursfall habe weitere 1,3 Millionen Mehrkosten verursacht, so dass man schließlich über 60 Millionen Euro lag.

Beim Bau wurden verschiedenste Aspekte berücksichtigt - von der Eingangskontrolle über Barrierefreiheit bis hin zur modernen Verhandlungsführung mit der Möglichkeit der Aufzeichnung von Verhandlungen, erläuterte der Präsident des Landesgerichts, KarlMitterhöfer.

Derzeit 186 Personen in Haft

Der Neubau beherbergt auch ein Servicecenter direkt beim Eingang und ein Cafe mit Terrasse. Ziel sei es gewesen, ein modernes, zeitgemäß ausgestattetes Justizgebäude zu haben. Auch Eisenstadts Bürgermeister Thomas Steiner (ÖVP) zeigte sich über den Abschluss des Bauvorhabens erfreut.

"Für eine Justizanstalt ist ein Umbau immer eine große Herausforderung", sagte deren Leiter, Oberst Günter Wolf. Man habe alle Vorgaben für einen standardisierten Strafvollzug umsetzen können. Zellen für fünf bis sechs Insassen gehören der Vergangenheit an. Künftig soll es nur noch Ein- und Zweier-Belegungen geben.

Das Justizzentrum verfügt über Hafträume für bis zu 160 männliche und 19 weibliche Insassen. Die Justizanstalt selbst hat 150 Haftplätze. Allerdings befänden sich derzeit 186 Personen in Haft, so Wolf. Deshalb wurde in den Zweier-Zellen zusätzlich jeweils ein Feldbett aufgestellt, und in den Einzelzellen steht nun ein Stockbett.