Erstellt am 17. September 2014, 07:03

von Werner Müllner, Wolfgang Millendorfer und Bettina Eder

Ruhe sanft, Fürstin Esterházy!. Hunderte Schaulustige säumten den letzen Weg von Melinda Esterházy.

Ehre. Neben den Trauerfahnen wurden bei Kondukt auch die Landesfarben aller Länder getragen, mit denen das Haus Esterházy in Verbindung steht.  |  NOEN, Werner Müllner

Vergangenen Freitag wurde in der Landeshauptstadt Melinda Esterházy, die Witwe des letzten Fürsten Paul V. Esterházy, bestattet (

). Nach einem Requiem im Dom St. Martin wurden die sterblichen Überreste zur Franziskanerkirche überführt und anschließend in der Familiengruft bestattet.



„Unser Danke an Melinda, die letzte Fürstin, ist gleichzeitig unser Danke an die ganze Fürstendynastie, die mit ihr zu Ende geht“, erklärte Bischof Ägidius Zsifkovics beim Requiem.

Melinda sei Teil einer Familie gewesen, „der es über Jahrhunderte bestimmt war, die Geschichte Pannoniens zu prägen wie keine zweite“ und diesen Teil Mitteleuropas „und mit ihm das österreichische Kaiserreich so zu schützen wie keine zweite“ hieß es weiter.

„Verdienste um unser Heimatland, das Burgenland, erworben“

Landtagspräsident Gerhard Steier: „Fürstin Melinda Esterhazy hat sich in den Jahren direkter Verantwortung – aber auch danach – Verdienste um unser Heimatland, das Burgenland, erworben“ und erklärte weiter: „Sie hat sich selbst nicht geschont, sei immer bestrebt gewesen, die Esterházy’schen Besitztümer zu bewahren und auch dem Land gegenüber offen und beherzt aufzutreten.“



Stefan Ottrubay, der Neffe der Fürstin erklärte, dass man es der Fürstin verdanke, dass man heute in geordnetem Rahmen arbeiten könne, dass viele der Denkmäler des Burgenlandes wundervoll hergerichtet seien und Mitarbeiter, Firmen, Gemeinden und Beteiligte sichere Arbeitsplätze haben.

Nach dem Requiem im Dom zog der Kondukt über die Pfarrgasse zum Schloss Esterhazy. Dort wurde die Marienglocke geläutet und Haydns Kaiserhymne von der Militärmusik gespielt.

In Franziskanerkirche neben Ehemann bestattet

Vor dem Sarg marschierten die Neckenmarkter Fahnenschwinger, die Eisenstädter Schützen, die Militärmusik Burgenland, die Kranzträger und Vertreter der Geistlichkeit.

Die letzte Ruhe fand Fürstin Melinda Esterházy in der Gruft der Eisenstädter Franziskanerkirche, wo sie neben ihrem Gatten, Fürst Paul Esterházy (1989 †), ihre letzte Ruhe fand.


Fürstin Melinda Esterházy

Melinda Esterházy wurde am 24. Mai 1920 als Tochter des Gerichtspräsidenten Dr. Dezso Ottrubay in Budapest geboren. In sehr jungen Jahren war sie bereits ein gefeierter Ballett-Star an der Budapester Oper.

Aus Liebe zu ihrem künftigen Ehemann beendete sie 1946 ihre bedeutende Karriere als Prima Ballerina Assoluta. Im selben Jahr ehelichte sie das damalige Oberhaupt, den letzten regierenden Fürsten der Familie, Paul V. Esterházy. Bis dahin hatte in Ungarn bereits die erste große Vermögensenteignung stattgefunden.

1949 wurde Paul Esterházy in einem spektakulären Schauprozess gemeinsam mit dem Primas von Ungarn, Kardinal Jószef Mindszenty zu einer langjährigen Kerkerhaft verurteilt und sein verbleibendes Vermögen in Ungarn konfisziert.

Während des Ungarnaufstandes im Jahr 1956 konnte das Paar über Österreich in die Schweiz fliehen und lebte dort zurückgezogen bis zum Tod von Paul Esterházy im Mai 1989.

Im Herbst 2002 zog sie sich – im 83. Lebensjahr – aus allen offiziellen Funktionen zurück. Die letzten Jahre verbrachte die Fürstin im Kreise ihrer Familie in Eisenstadt.

Quelle: www.esterhazy.at