Erstellt am 17. September 2014, 12:10

von NÖN Redaktion

Esterházy Gruft: Für Besucher geöffnet. Aufgrund der großen Anteilnahme der Bevölkerung am Requiem für Fürstin Melinda Esterházy de Galántha, geb. Ottrubay, am 12. September öffnet die Esterházy Privatstiftung erstmals die Familiengruft im Eisenstädter Franziskanerkloster für die breite Öffentlichkeit.

Täglich von 7 bis 19 Uhr kann man über die eigens angebrachte Spiegelkonstruktion einen umfassenden Einblick von der Glastür in die Familiengruft werfen.  |  NOEN, Esterházy Privatstiftung
Aufgrund der großen Anteilnahme der Bevölkerung am feierlichen Requiem für ID Fürstin Melinda Esterházy de Galántha, geb. Ottrubay, am 12. September öffnet die Esterházy Privatstiftung erstmals die Familiengruft im Eisenstädter Franziskanerkloster für die breite Öffentlichkeit.

Rund 700 Personen verfolgten die Gottesdienste im Dom und in der Franziskanerkirche sowie den Trauerzug. Bis Dienstag, 23. September, besteht nun die Möglichkeit, sich von Fürstin Melinda Esterházy persönlich zu verabschieden. Täglich von 7.00 – 19.00 Uhr kann man über die eigens angebrachte Spiegelkonstruktion einen umfassenden Einblick von der Glastür in die Familiengruft werfen.

Die Familiengruft der Esterházy im Kloster der Franziskaner

Am 29. September 1620, dem Fest des Hl. Michael, gelobte Graf Nikolaus Esterházy, dass er, sollte er aus der Gefahr in der Schlacht von Lackenbach errettet werden, zu Ehren des Erzengels ein Kloster erbauen ließe. Er erfüllte dieses Gelübde, nachdem er die ihn belagernden aufständischen Truppen Gabriel Bethlens bezwungen hatte, indem er veranlasste, das vernachlässigte Eisenstädter Franziskanerkloster samt der Kirche erneuern zu lassen.

1705 wählte Fürst Paul I Esterházy den Bereich unter dem einstigen Altar der Schmerzhaften Muttergottes als Familiengruft, der Maria „Königin der Engel“ geweiht war. Die heutige Form erhielten Totenkapelle und Krypta bei den Um- und Ausbauarbeiten unter Franz Storno 1856/57, der die Räume in einem leicht neogotischen Stil ausbaute.

Der prächtig dekorierte Marmorsarkophag des Fürsten Paul I selbst steht jedoch nach wie vor an seinem ursprünglichen Platz.

Fürstin ließ Gruft kurz nach dem Tod des Gatten renovieren

In eine der Inschriftentafeln hatte der Fürst die Worte meißeln lassen: „In diesem Grab bestattet liegt Paul Estoras Palatin und Fürst des Reiches. Nachdem er im Frieden und Krieg schwitzte und fror, hat er sich für seinen Leib diese Ruhestätte gewählt, seine sündhafte Seele dem Allmächtigen empfehlend, hofft er, ewig im Reiche Gottes zu leben, mit Hilfe der lieben Gottesmutter Maria, in welche er nach Jesus all seine Hoffnung setzte. Wenn du, Wanderer Frömmigkeit im Herzen hast, so sage: Gott gebe ihm ewige Ruhe, was dir Gott vergelte.“

1989, kurze Zeit nach dem Tod ihres Gatten, ließ Fürstin Melinda Esterházy die durch Fürst Paul I. gestiftete Familiengruft in der Franziskanerkirche in Eisenstadt renovieren und in den Jahren 1990/1991 auch erweitern. Am 12. September fand Fürstin Melinda Esterházy hier neben ihrem geliebten Gatten die letzte Ruhe.