Erstellt am 18. Juli 2012, 00:00

Etappensieg für die Kunst. HAUSBESETZUNG / Altes Beamtenhaus in Neufeld könnte zum neuen Aktionszentrum werden. Gemeinde ist gesprächsbereit.

Aktionismus. Das Neufelder Künstler-Duo Elke Mischling und Hans Wetzelsdorfer hatte am verregneten Freitag der Vorwoche Erfolg: Die Besetzung des ehemaligen Beamtenhauses brachte eine neue Gesprächsbasis mit dem Ortschef. FOTO: BVZ  |  NOEN

NEUFELD / „Wenn’s nicht anders geht, muss man zu radikaleren Mitteln greifen, um die Leute wach zu rütteln“, sagen Hans Wetzelsdorfer und Elke Mischling. Ganz so radikal war es dann doch nicht – wenn auch nicht ganz legal. Die beiden Künstler verschafften sich am vergangenen Freitag Zutritt zum ehemaligen Beamten-Wohnhaus in der Rennerstraße. Ziel der Aktion: ein selbstverwaltetes Kunsthaus für die freie Szene.

Nach ersten Gesprächen mit Neufelds Bürgermeister Michael Lampel scheint dieses Ziel in greifbare Nähe gerückt. „Wir haben uns darauf geeinigt, uns Anfang August zusammenzusetzen. Wenn es um eine sinnvolle Nutzung des Hauses geht, dann kann man sicher darüber reden“, meint der Ortschef. Das Künstler-Duo, dem sich bereits einige Mitstreiter angeschlossen haben, nimmt die Sache jedenfalls ernst: „Es wird sehr bald ein detailliertes Konzept geben. Wir werden auch verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten ausloten.“
 

Kunst-Traum: „Haus für  das ganze Burgenland“


Auf Basis eines Vereines soll das alte Beamtenhaus, das sich im Besitz der Stadtgemeinde befindet, zu einem Aktionszentrum mit Werkstätten, Ausstellungs- und Veranstaltungsmöglichkeiten umgewandelt werden.

„Es soll ein Haus für das ganze Burgenland werden“, unterstreichen Wetzelsdorfer und Mischling – und erinnern an einen großen Neufelder: „Es wäre nicht schlecht, wenn der Bürgermeister das wiederholen könnte, was Fred Sinowatz einst in der Cselley Mühle gesagt hat.“ Gemeint sind die berühmten Worte: „Ich weiß nicht, was ich eröffne, aber ich eröffne es“. Der Rest ist bekanntlich Geschichte …