Erstellt am 27. Januar 2011, 16:48

Ex-Banker bleibt weiter in U-Haft. Jener frühere Oberbank-Mitarbeiter, der einen Millionenbetrag an Kundengeldern abgezweigt haben soll, bleibt weiter in Untersuchungshaft.

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Das Gericht habe einen Enthaftungsantrag abgelehnt, teilte Klaus Ainedter, der Rechtsanwalt des Ex-Bankers, am Donnerstag mit. Die nächste Haftprüfung muss spätestens in zwei Monaten stattfinden. Er werde aber schon vorher neuerlich einen Enthaftungsantrag stellen, kündigte der Jurist an.

 Er habe vergangene Woche die Enthaftung beantragt, "weil ich nach wie vor der Meinung bin, dass hier die von der Staatsanwaltschaft angezogenen Haftgründe nicht gegeben sind", sagte Ainedter. Heute, Donnerstag, fand die Haftprüfungsverhandlung statt, mit dem Ergebnis, dass die U-Haft fortgesetzt wurde. Ausschlaggebend dafür seien letzten Endes die Höhe der Schadenssumme und der nach wie vor ungewisse Verbleib des Geldes gewesen.

Aus Sicht des Anwalts ist nun der 23. Februar ein entscheidendes Datum: An diesem Tag ende der Haftgrund der Verdunkelungsgefahr, für dessen Annahme es eine zweimonatige Frist gebe. Unmittelbar danach werde er erneut einen Enthaftungsantrag stellen. Dann könne von der Staatsanwaltschaft nur mehr Fluchtgefahr als Haftgrund ins Treffen geführt werden. "Das schaue ich mir sehr gerne dann auch im Rechtsmittel an", meinte Ainedter.

Hinsichtlich des Schadens seien in der Anzeige 8,2 Mio. Euro festgehalten. Er könne dazu nach wie vor nichts sagen, diesbezüglich stehe für ihn noch nichts fest, so der Verteidiger. Hier bedürfe es weiterhin einer Erörterung.

Ainedter berichtete auch von einem Gespräch mit dem rechtsfreundlichen Vertreter der Oberbank, das vor der Haftverhandlung in der Justizanstalt  stattgefunden habe. Dabei seien "diverse Malversationen" besprochen worden, seitens des früheren Bankmitarbeiters sei Aufklärung erfolgt, sagte Ainedter. Sein Mandant habe nichts zu verbergen und kooperiere sowohl mit den Strafverfolgungsbehörden als auch mit der Oberbank.

   Mittlerweile habe sich auch die "rechte Hand" jenes Ungarn, der Geschäftspartner des Burgenländers war, freiwillig zur Befragung nach Österreich begeben. "Diese Person wurde als Beschuldigter einvernommen, es wurde aber nicht die Untersuchungshaft verhängt", berichtete Ainedter. Für den inhaftierten Ex-Banker läuft nun die Frist bis zur nächsten Haftverhandlung.