Erstellt am 13. August 2014, 08:32

von Werner Müllner

Farce um Burger King. SPÖ posaunt das Aus für das Fast-Food-Restaurant hinaus. ÖVP meint, dass die Pläne für Eisenstadt weiter stehen.

Gratiswerbung. Burger King wird sich bedanken, so viel Publicity im Vorfeld einer Filialeröffnung gab es noch nie. Foto: Müllner  |  NOEN, Müllner

„Der Verkauf des Bad-Kissingen-Platzes in Eisenstadt ist vom Tisch. Der Betreiber zieht sich von diesem Projekt zurück und errichtet das Fast Food Restaurant in einer grenznahen Nachbargemeinde“, erklärt Vizebürgermeister Günter Kovacs (SPÖ) in einer Aussendung (

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Projekt in Siegendorf bedeutet nichts

Das Dementi vonseiten des Rathauses folgte: „Das von der SPÖ propagierte Aus des Burger King in Eisenstadt ist eine Falschmeldung.“

Auch in Siegendorf (Anm.: im Bereich der ehemaligen Zuckerfabrik) plant die Restaurant-Kette eine Filiale zu eröffnen, mit dem Projekt in der Landeshauptstadt hat dies aber nichts zu tun. Beide Projekte haben verschiedene Franchisenehmer und wurden von der europäischen Konzernleitung in München genehmigt.

Weiters erklärt man: „Das Projekt in Siegendorf bedeutet keinesfalls das Aus für die Ansiedlung von Burger King in Eisenstadt. Beide Unternehmungen laufen vielmehr parallel und wurden von zwei verschiedenen Franchisenehmern entwickelt. In der europäischen Konzernzentrale weiß man von beiden Ansiedelungen und hat dafür auch grünes Licht gegeben. Somit ist auch der Verkauf eines Teilstücks des Bad Kissingen-Platzes nicht vom Tisch. Dieser wird nach wie vor in der kommenden Gemeinderatssitzung auf der Tagesordnung stehen.“ Die Informationen hat man laut Rathaus in einem Telefongespräch mit der Konzernzentrale eruiert.

„Das ist Bürgermeister Steiner zuzuschreiben“

Einen vermeintlich Schuldigen hatte Vizebürgermeister Kovacs (SPÖ) für das „Aus“ auch gefunden: „Das ist Bürgermeister Steiner zuzuschreiben. Er und seine ÖVP hätten das Vorhaben von Beginn an offen diskutieren und umfassend informieren müssen. Ich erinnere daran, dass sich die SPÖ nie gegen einen Burger King aussprach.“

Kritisiert hätte man ausschließlich der Standort – vor allem wegen der zu erwartenden Verkehrsprobleme. Und mit dieser Meinung stand man bei Weitem nicht alleine da. „Neben Grünen und FPÖ waren es mehr als 1.700 Menschen, die ihre Bedenken gegen den Standort zum Ausdruck brachten. Eine Ansiedelung am Stadtrand hätten wir natürlich unterstützt, schließlich wären auch Arbeitsplätze entstanden“, so Kovacs.

Burger King-Zentrale schweigt vorerst

ÖVP-Klubobmann Istvan Deli geht mit Kovacs hart ins Gericht: „Was vielen politischen Beobachtern schon lange klar ist, verdeutlichte sich mit der peinlichen Aussendung der SPÖ umso mehr. Kovacs hat nur die schnelle Schlagzeile im Auge, anstatt sich wirklich um Eisenstadt zu kümmern.“

„Die SPÖ feiert die vermeintliche Verlegung des Projekts in eine andere (von der SPÖ regierte) Gemeinde, anstatt sich um Arbeitsplätze und ausbleibende Einnahmen für Eisenstadt zu sorgen“, so Deli weiter.
Eine schriftliche Anfrage an die Burger King-Zentrale in Deutschland, wo sie eröffnen werden, blieb bis zum Redaktionsschluss unbeantwortet.