Erstellt am 07. September 2011, 07:40

Fast hundert Sendemasten. HANDYMASTEN / Insgesamt 95 Sendemasten stehen im ganzen Bezirk verteilt. In Müllendorf und Oslip sorgen die Sendestationen schon seit Jahren für Diskussionsstoff.

 |  NOEN
VON MARIO KANITSCH UND THOMAS PASCHER

BEZIRK / Zu einem Telefonat gehört an sich nicht viel. Man wählt eine Nummer, es klingelt, der Angerufene hebt entweder ab oder nicht. Aber um überall telefonieren zu können, bedarf es genügend Sendemasten. Wie viele dieser Stationen notwendig sind, damit Gespräche am Mobiltelefon überhaupt zustande kommen, führt vielerorts zu Verwunderung.

So sorgen zum Beispiel im Bezirk Eisenstadt 95 Sendemasten dafür, dass man überall eine Verbindung hat. Allein in der Landeshauptstadt und deren Ortsteilen Kleinhöflein und St. Georgen stehen 21 Stationen.

„Die Reichweite einer Sendestation ist eigentlich nicht viel größer als die eines normalen Handys. Die Sendeleistung ist immer von zwei Komponenten abhängig. Zum einen spielt es eine Rolle, wie viel Verkehr zurzeit auf dem Sender ist, zum anderen ist es natürlich auch relevant, welche Entfernung beim Gespräch überbrückt werden muss“, erklärt Gregor Wagner, Pressesprecher des Forums für Mobilkommunikation. Angesichts der Menge und der Positionen bestimmter Masten finden sich aber auch genug Handymastengegner. So zum Beispiel in Müllendorf.

In den Jahren 2000 und 2001 wurden in Müllendorf zwei Sendemasten installiert. Im darauf folgenden Jahr stellte der Mediziner Reinhard Jandrisovits einen Anstieg von Patienten mit Schlafstörungen und ähnlichen Symptomen fest.

Vermehrter Anstieg von  Krankheitsbildern

 

„In dieser Zeit als Arzt in Müllendorf waren häufig Krankheitsbilder wie Schlafstörungen, Tinnitus, hoher Blutdruck und eine vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen zu finden“, sagt der Allgemeinmediziner und verweist auf eine Gesundheitsgefährdung durch die Masten: „Es wird von offizieller Seite her nicht anerkannt, dass Masten eine Schädigung der Gesundheit bewirken, jedoch schreibt die Europäische Union in ihrem Beschluss zu diesem Thema, dass solche Masten sehr wohl eine Belastung darstellen und man die Strahlungsgrenzwerte dieser Anlagen neu überdenken sollte“, so der Arzt weiter. Auch in Oslip sorgte die geplante Errichtung eines Masts für Gesprächsstoff.

Bürgermeister Johann Schumich (ÖVP) erklärt: „Die Gemeinde hat im Grunde nichts gegen den Bau eines Handymasts in Oslip. Jedoch wurde die Höhe des Masts auf 20 Meter begrenzt, um das Ortsbild nicht zu beeinträchtigen. Dies wurde abgelehnt. Damit wurde der Fall in die nächsthöhere Instanz berufen – zur Bezirkshauptmannschaft. Diese hat unseren Bescheid aufgehoben und nun wird die Sache in der nächsten Gemeinderatssitzung entschieden“, so der Bürgermeister. Für die BH sei die Berücksichtigung des Ortsbildes kein ausreichender Grund gewesen, den Mast abzulehnen.

Grund zur Beunruhigung gebe es laut Mobilkommunikationsforum nicht: „Die Grenzwerte werden in ganz Österreich nicht überschritten. Der Grenzwert sagt aus, in welcher Entfernung ich zu einem Handymast stehen darf. Um diesen zu überschreiten, müsste man schon einen halben Meter vor die Antenne klettern und diese umarmen“, beschreibt Gregor Wagner.

Wo die Handymasten stehen, sehen Sie auf www.senderkataster.at.