Erstellt am 18. September 2012, 13:42

Feuerwehr-Ausbilder aus Österreich bei Lehrgang in Eisenstadt. 85 Feuerwehr-Ausbilder aus ganz Österreich, Südtirol und Bayern sind derzeit an der Landesfeuerwehrschule Burgenland zu Gast.

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Im Rahmen eines zweitägigen Seminars nehmen sie in Eisenstadt an einem Branddienst-Lehrgang teil. Einen Schwerpunkt bildet die bundesweite Vereinheitlichung der Feuerwehr-Ausbildung. Im praktischen Teil blitzt und knallt es am Gelände des Landesfeuerwehrkommandos: Den Teilnehmern werden hautnah mögliche Gefahrenquellen im Einsatz demonstriert.

Der Lehrgang umfasst mehrere Hauptszenarien, erläuterte der Kommandant der Landesfeuerwehrschule, Josef Bader, im Gespräch. Im Hinblick auf die Harmonisierung der Ausbildungsinhalte wird den Teilnehmern die Branddienstausbildung erläutert. Im zweiten Teil wird unter Mitwirkung von Mitarbeitern der Technischen Universität Graz die Problematik beim Löschen von Bränden und beim Einsatz an Fahrzeugen mit Lithium-Ionenbatteriepaketen behandelt, von denen große Gefahren ausgehen können. In einem weiteren Abschnitt, der in Zusammenarbeit mit der HTL Eisenstadt durchgeführt wird, steht das Thema "Kunststoff als Werkstoff der Zukunft" im Mittelpunkt.

Kommen Feuerwehrleute etwa nach einem Verkehrsunfall zum Einsatzort, erkenne man zunächst von außen überhaupt nicht, ob man ein Elektrofahrzeug oder eines mit herkömmlichem Antrieb vor sich hat, erläuterte Bader: Hybrid- oder Elektroautos seien nach einem Unfall zwar durch verschiedenste technische Vorkehrungen höchstwahrscheinlich nicht kurzgeschlossen. Der Feuerwehrmann müsse jedoch aufpassen: "Es gibt da Gleichspannung bis zu 1.000 Volt in diesen Fahrzeugen." Wenn nicht vorher alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen sind, könne es sein, dass man beim Löschen in den Stromkreis kommt: "Und 1.000 Volt - da komme ich nicht mehr weg", meinte Bader. Das Hauptaugenmerk liege deshalb auf der Schulung der Feuerwehrleute.

"Wir haben uns für die nächste Zeit vorgenommen, dass wir die Ausbildung vereinheitlichen", so der Präsident des Bundesfeuerwehrverbandes, Albert Kern. Dahingehend gelte es nun auch die Spezifika in den Landesfeuerwehrverbänden in der Vorgangsweise in den Schulen in der Art und Weise, wie Aus- und Weiterbildung betrieben werde, abzustimmen. Ein weiteres Thema sei es, Kompetenzen in der Feuerwehrausbildung zu nutzen, indem in den einzelnen Schulen der Landesfeuerwehrverbände in Österreich spezielle Schwerpunkte geschaffen werden.

Am Gelände des Landesfeuerwehrkommandos wurden für die Lehrgangsteilnehmer verschiedene Stationen aufgebaut. Beispielsweise wird ein Auto zwischen zwei Holzstöße geschoben, die danach in Flammen aufgehen. Angehörige der Landesfeuerwehrschule demonstrieren vor den Kollegen aus den Bundesländern, wie man einen Löschangriff möglichst wassersparend durchführt, um Schäden durch Löschwasser zu vermeiden.

Einige Meter weiter schießt, begleitet von einem dumpfen Knall, eine Stichflamme aus einem Gitterkäfig: So wird dargestellt, wie sich zum Beispiel die Explosion einer Spraydose, wie man sie in jedem Haushalt findet, während eines Löscheinsatzes in einem Gebäude auswirken kann. An einer weiteren Station wird ein Waldbrand simuliert. Hier erfahren die Lehrgangsteilnehmer beispielsweise, wie man eine Feuerfront anhalten kann, erläuterte Ausbilder Jürgen Kopinits.