Erstellt am 22. April 2014, 12:17

Flachkabelproduzent "I&T" insolvent. Der Flachkabelproduzent I&T mit Sitz in Siegendorf ist zahlungsunfähig.

Über das Unternehmen, das Kabel für die Automobilindustrie herstellt, ist am Freitag ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet worden, teilten die Gläubigerschutzverbände AKV Europa, Creditreform und KSV1870 am Dienstag mit. Betroffen von der Insolvenz sind 72 Dienstnehmer und rund 130 Gläubiger.

Die Passiva werden mit 16,6 Mio. Euro beziffert. Ihnen stehen Aktiva im Ausmaß von rund 7,2 Mio. Euro gegenüber. Eine Fortführung des Unternehmens werde beabsichtigt, hieß es. Als Auslöser für die Zahlungsunfähigkeit wird das Auslaufen einer Finanzierungsvereinbarung Ende 2013 genannt. In der Folge sollten durch einen Beteiligungspartner neue Mittel aufgebracht werden, die Beteiligungsgespräche seien jedoch zu keinem konkreten Ergebnis gelangt. Zudem würden Kunden ihre Zahlungen zurückhalten.

Zweitgrößter burgenländischer Insolvenzfall 2014

Die angestrebte Fortführung des Unternehmens aufgrund eines Sanierungsplanes soll teils aus dem laufenden Betrieb und teils über die weiterhin in Aussicht stehende Beteiligung eines Partners finanziert werden. Zum Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Michael Wagner aus Neusiedl am See bestellt.

Forderungen können bis 12. Mai über die Gläubigerschutzverbände angemeldet werden. Eine Berichtstagsatzung wurde für den 5. Mai angesetzt. Am 26. Mai soll eine Prüfungstagsatzung stattfinden, über den Sanierungsplan wird am 30. Juni entschieden.

Laut KSV1870 handelt es sich um den - gemessen an den Passiva - zweitgrößten Insolvenzfall im heurigen Jahr im Burgenland. Lediglich beim Konkurs von MA.TEC seien die Verbindlichkeiten mit rund 35,3 Mio. Euro höher gewesen.